Mitte Dezember letzten Jahres war mir mal wieder danach zumute, eine andere Katzenstreu zu testen. Da wir seit einiger Zeit aus Überzeugung unsere Drogerieeinkäufe bei Rossmann – und nicht mehr bei DM – erledigen, habe ich mich da mal neugierig umgeschaut. Und bin dabei auf die Winston Nature Streu gestoßen: eine feine, pflanzliche Klumpstreu. Klang interessant, also hab ich drei Säcke zum Testen mitgenommen. Meine Damen waren bezüglich des „Testens“ jedoch anderer Meinung 😀 Aber mehr dazu im Fazit.
Leichte Streu im bequem zu tragenden Papiersack
Die Streu kommt in einem 8-Liter Papiersack daher. Da sie leicht und der Papiergriff recht breit ist, lässt sich der Sack bequem tragen. Das gibt schonmal zwei Pluspunkte von mir, denn Papier ist recyclebar und einschneidende Griffe find ich doof. Wie der Name „Nature Klumpstreu“ schon erahnen lässt, besteht die Streu aus Pflanzenfasern. Und sie wird – laut Aufdruck – in Deutschland für die Dirk Rossmann GmbH hergestellt. Sie ist also nachhaltig und auch die Transportwege sind kurz. Nochmal zwei Pluspunkte von mir 😉
Für derzeit 4,79 € pro Sack geht sie über den Ladentisch. Dementsprechend habe ich für unsere drei Säcke knapp 14,50 € gezahlt und konnte damit unser „Testklo“ – 40 x 60 cm – mehr als gut befüllen. Ich hatte sogar noch etwas übrig zum späteren Nachfüllen.
Eindeutig nicht „staubfrei“ – dafür aber fein & ohne Duft!
Das Erste, das mir beim Blick auf die Verpackung auffiel, war der Werbeaufdruck „staubfrei und sehr ergiebig“. Nach dem Einfüllen des ersten Sacks in unser Testklo konnte ich zum „staubfrei“ nur mehr als deutlich „Nö“ sagen. Sicherlich staubt die Winston Nature Klumpstreu weniger als viele Katzenstreus aus Bentonit, aber sie staubt definitiv – und das nicht wenig. Dafür gibts einen dicken Minuspunkt von mir! Im Foto seht ihr den Staubtest mit einem Streifen schwarzen Kartons:

Sehr angenehm fand ich dafür, dass die Streu eher feinkörnig ist und völlig auf irgendwelche (Duft-)Zusätze verzichtet. Mit Blick aufs Katzenwohl zwei sehr wichtige Pluspunkte für mich. Und natürlich auch meine Katzen 😉
Apropos „meine Katzen“: Ich durfte den ersten Sack Streu einfüllen… Als ich den zweiten holen wollte, um ihn ebenfalls ins Testklo zu schütten, hatte es sich Lara schon darin bequem gemacht. Das nahmen Janis und Fiona zum Anlass, direkt auch mal gucken zu gehen – und ich stand da wie blöde mit dem zweiten Sack in der Hand 😀 Von da an war das Testklo – Standort übrigens im Schlafzimmer – das neue Lieblingsklo meiner Damen. Wirklich ALLES wurde in der ersten Woche nur und ausschließlich in diesem Klo gemacht *seufz*
Feste Klumpen erleichtern die Reinigung
Das bot mir natürlich gute Gelegenheit, die wichtigsten Eigenschaften der Streu ausgiebig im Auge zu behalten. Kurz: die Winston Nature Klumpstreu macht feste, gut rausschaufelbare Klumpen, die nicht zerbröseln. Vorrausgesetzt, man gibt ihr etwas Zeit, den Urin auch gut aufzusagen, bevor man die Klumpen entfernt. Denn zu frische Klumpen kleben als pappiger Brei an der Streuschaufel: ein eindeutiger Benutzerfehler meinerseits 😀 Von mir also auch für die Klumpeigenschaft ein Pluspunkt!
Der Geruch der Streu ist sowohl vor als auch nach Benutzung sehr dezent „holzig“.
Fehlt nur noch der Sonnenschirm: Sandstrand im heimischen Schlafzimmer
Bei unserem mehrwöchigen Test konnte ich drei unangenehme Punkte beobachten, dir mir als Mensch die Winston Nature Katzenstreu doch ein wenig vermiesen:
Zum Einen zeigte sich ab etwa Testwoche zwei ein feines Mehl am Katzenkloboden: Streustaub und winzige Streukrümelchen hatten sich durchs Schaufeln und Scharren da unten abgesetzt. Das bedeutet natürlich noch mehr Stauben bei Benutzung. Finde ich eindeutig gar nicht gut und gibt auch nochmal einen Minuspunkt von mir.

Weiterhin ist mir aufgefallen, dass sich das Testklo bei täglicher Reinigung doch recht schnell geleert hat. Dadurch, dass die Streu ohnehin sehr „luftig“ ist und die Klumpen sehr viel Material binden, geht mit dem Rausschaufeln natürlich einiges an Volumen verloren. Für mich nicht unbedingt ein Minuspunkt, denn die Streu ist günstig und nachhaltig. Aber irgendwie schon „nicht schön“ und in meinen Augen auch widersprüchlich zur Werbeaussage „ergiebig“.
Nicht schön ist ebenfalls, dass sich unser Schlafzimmer – samt Bett und Läufern – mittlerweile in einen Sandstrand verwandelt hat. Jaja, Strandurlaub wollen viele von uns, aber Krümel im Bett und panierte Füße find ich echt nicht geil 😀 So hat der Vorteil „leichte, feine Streu“ eben auch seine Schattenseite. Trotz Streufangmatte vor dem Klo und häufigerem Fegen werfen vor allem meine Langhaardamen doch ziemlich viel Streu in der Gegend rum. Aber das will ich gar nicht wirklich als Minuspunkt anrechnen, denn der Sandstrand kommt nunmal zwangläufig mit, wenn man feine, leichte Streu will. Einen Tod muss man eben sterben 😉
Winston Nature Klumpstreu: Fazit für mich

Falls ihr euch gefragt habt, warum meine Damen nur in der ersten Testwoche ausschließlich das Testklo genutzt haben: In der Zweiten habe ich mich geschlagen gegeben und auch unser großes „Hauptklo“ – 80 x 60 cm – im Arbeitszimmer mit der Winston Katzenstreu befüllt. Wir haben also mittlerweile zwei Katzentoiletten damit – und die Damen pendeln hauptsächlich zwischen diesen beiden. Unser Reserveklo im Wohnzimmer mit anderer Streu wird seitdem noch viel weniger genutzt.
Würdet ihr also meine Katzen nach ihrem Fazit zur Winston Nature Klumpstreu fragen, würden sie wohl 20 von 10 Sternen geben und mit Fähnchen winken. Mein Fazit als Mensch dagegen fällt verhaltener und weniger eindeutig aus: Der Sandstrandeffekt und die Nicht-Ergiebigkeit trüben meine Freude. Das Stauben und das Streumehl am Boden der Toilette sind für mich schwerwiegende Minuspunkte. Dagegen stehen gewichtige Pluspunkte wie Nachhaltigkeit, gute Klumpeigenschaften, Feinheit und Duftfreiheit.
Ich gebs gerne zu: Hier fällt mir ein eindeutiges Fazit sehr schwer – obwohl ich eher ein wenig mehr zum „Hmm, lieber nicht“ tendiere.

Verhaltens- & Ernährungsberaterin für Katzen, Bloggerin
Miriam steht für die artgerechte Katzenhaltung. Mit ihrem Herzensprojekt katzen-fieber.de sensibilisiert sie seit über 13 Jahren für kätzische Bedürfnisse. Mit Online-Magazin, Vorträgen, Webinaren und Büchern vermittelt sie einfach verständliches Wissen. Individuelle Beratung rundet das Konzept ab. Für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Katze!



