Ich bin jetzt 14 Jahre online unterwegs, hab mir meinen guten Ruf hart erarbeitet. Unter anderem durch Transparenz und Ehrlichkeit. Nicht jeder Mensch arbeitet aber so. Manche nutzen unehrliche Wege, manche schmücken sich mit fremden Federn. Und eben manchmal auch mit meinen. Und manchmal ist mein Ruf in Gefahr durch Dinge, von denen ich weder weiß, noch für die ich etwas kann. Und genau an diesem Punkt möchte ich euch dringend bitten: Wenn euch etwas Unseriöses auffällt, das mit meinem Namen in Verbindung steht: meldet mir das! Denn es kann mir unverschuldet extrem schaden! Das gilt natürlich auch für andere tierisch tätige Personen.
Aber warum genau schreibe ich das ausgerechnet heute? Nunja, weil es einen aktuellen Fall gibt, der ein besonders krasses Ausmaß hat und nicht nur mich betrifft…
Bewerbung meiner Produkte mit hunderten falschen Bewertungen
Aber kurz ein paar Tage zurück: eine Affiliateanfrage für meine Kurse und Liveevents landet in meinem Postfach. Soweit nichts Ungewöhnliches, das passiert mindestens einmal pro Woche. Ungewöhnlich ist jedoch, dass die Anfrage von einer Person kommt, die meine Kurse auf einem großen Portal, in einem angeschlossenen Verteiler und mehreren Haustierblogs bewerben möchte.
Ich hab zwar ein komisches Bauchgefühl, gehe aber alle üblichen Checks und Vorgaben durch, die alle meine Affiliates durchlaufen. Dabei schaue ich mir die Plattform natürlich auch genauer an. Alles sieht gut aus, alle gesetzlichen Vorgaben werden mir auch nochmal zusätzlich in einer Mail zugesichert. Also schalte ich die Partnerschaften frei.
Knapp zehn Tage später mache ich den üblichen „Kontrollbesuch“ auf der Website auf der meine Produkte zur Bewerbung aufgelistet sind. Und sehe… 87 Bewertungen die ganz eindeutig weder zu meinen Produkten passen noch von meinen echten Kund*innen stammen. Teilwiese mehr Bewertungen als es Käufe für die jeweiligen Produkte gab. Neben meinen Kursen und auf meiner dortigen Profilseite mit meinem Gesicht! Und gefälschte Bewertungen verstoßen klar gegen deutsche Gesetze!
Die Bewertungsanzahl wächst sogar noch über Nacht – und die Texte klingen immer noch verdächtig
Dazu sind die Formulierungen der Bewertungen derart, dass JEDEM, wirklich JEDEM Menschen auf den ersten Blick sofort auffällt, dass da was nicht passt! Sie beziehen sich zum Beispiel auf Themen, die gar nicht im jeweiligen Kurs enthalten sind, sind derart allgemein gehalten, dass sie auf hundert andere Produkte zutreffen würden oder klingen extrem schlecht übersetzt. Also das, was ich persönlich eindeutig als „SCAM-Bewertungen“ einordnen würde, wenn ich sie sehe.
Ich bin unfassbar entsetzt, wütend und entschließe mich, die Sache am nächsten Tag in Angriff zu nehmen. Am nächsten Tag sichere ich also Beweise und kündige im Hintergrund die Affiliatepartnerschaften wieder. Dabei merke ich, dass aus den 87 falschen Bewertungen über 330 – im ähnlichen Stil – geworden sind. Über Nacht! Ich schreibe die zuständige Person an und fordere sie auf, meine Inhalte innerhalb einer Frist wieder runterzunehmen und meine Produkte zukünftig nicht mehr mit ihren Projekten in Verbindung zu bringen.
Gleichzeitig schreibe ich ein paar Kolleginnen an, die im Tierbereich tätig sind und auffällig wortgleiche Bewertungen auf dieser Plattform haben.
Massenhaft Urheberrechtsverletzungen und eine unerreichbare Kontaktmail-Adresse
Wir schreiben / telefonieren dabei auch über die massenhaften Urheberrechtsverletzungen. Denn nicht nur bei mir wurden massenhaft Texte und Grafiken ohne meine Zustimmung einfach auf die Plattform übernommen. Es stellt sich heraus: mindestens zwei der angeschriebenen Kolleginnen wissen gar nicht, dass ihre Produkte dort gelistet sind, hatten vorher nie Kontakt und ganz sicher auch nicht die Erlaubnis gegeben, ihre Texte, Grafiken und Fotos zu nutzen!
So weit ich bisher gesehen habe, sind vor allem Kolleg*innen betroffen, die ihre Produkte (und Affiliatepartnerschaften) über Digistore anbieten – so wie ich.
Eine Kollegin versuchte, den Plattformbetreiber über die offiziell angegebene Mailadresse anzuschreiben. Die Mail kommt sofort wieder zurück: sie kann nicht zugestellt werden. Das ist mindestens schon seit einer Woche so und ich hatte den Betreiber auch schon mehrere Tage vorher darauf hingewiesen. Da dachte ich noch, das sei ein Versehen, weil er über eine andere Mailadresse relativ zuverlässig zu erreichen war.
Mein Tipp an betroffene Digitore-Kolleg*innen:
Es gibt dort die Option, dass Affiliatepartnerschaften für die jeweiligen Produkte automatisch angenommen werden. Man kann das ausstellen! Ich selbst habe es von Anfang an ausgeschaltet, weil ich jeden Affiliate vorher überprüfen möchte, um das Risiko auf solche Fälle zu verringern. Ja, es ist mehr Aufwand, aber es betrifft eben auch die eigenen Produkte und mit welchen Anbietern man in Verbindung gebracht werden möchte…
Zusatztipp:
In der Liste der Affiliates können bestehende Partnerschaften nachträglich gekündigt werden. Und dort steht auch die Mailadresse, über die der hier angesprochene Plattformanbieter für mich in den letzten Wochen mehr oder weniger zuverlässig erreichbar war.
Falsche Bewertungen nur ein technischer Fehler?
Ich erhielt zwischenzeitlich die Antwort der Verantwortlichen Person der Plattform: es habe sich um ein technisches Problem gehandelt, bei der Bewertungen fälschlicherweise vervielfältigt und auch teilweise falsch zugeordnet wurden. Der Fehler sei mittlerweile beseitigt. Letzteres kann ich bestätigen, ersteres kann ich nicht überprüfen. Es sei ja „schade, dass ich erst mutmaße, statt nachzufragen“ (kein wörtliches Zitat). Ja, und da weiß ich dann auch nicht mehr.. 😀
Die falschen Bewertungen für meine Produkte sind jedenfalls alle verschwunden, die der angeschriebenen Kolleginnen auch. Weil ich und eine Kollegin gestern noch die Affiliatepartnerschaften gekündigt haben, kann man unsere Kurse auch nicht mehr über die Plattform kaufen. Aufgelistet – mit unseren Inhalten – sind sie dort dennoch (noch). Insgesamt sind jetzt erheblich weniger Bewertungen auf der Plattform vorzufinden. Und nach meiner Stichpunktsuche sind vor allem noch jene online, die zumindest passend zum Produkt klingen. Merkwürdige, in meinen Augen auffällig „scammig“ klingende kann ich so auf den ersten Blick gar nicht mehr finden. Da wurde auf jeden Fall ordentlich aussortiert.
Bleibt dennoch die Nutzung nicht freigegebener Inhalte fremder Personen im extrem großen Stil und die Mailadresse die ins Nirvana führt.
Mein Standpunkt: Lieber keine Bewertungen als Falsche oder Scam
Und ich frage mich, wie viel Versehen wirklich dahinter steckte. Ob ich das jemals erfahren hätte, wenn ich es nicht selbst entdeckt hätte und ob die „versehentlich falsch zugeordneten“ Bewertungen korrigiert worden wären, wenn ich nicht per Mail (an die inoffizielle Mailadresse, die öffentlich nicht bekannt ist) „angeklopft“ hätte. Und wie sehr es meinen Ruf geschadet hätte, wenn jemand die mindestens für 2 Tage veröffentlichten eindeutig falschen und auffällig unpassenden Bewertungen gelesen hätte.
Hmpf… Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass das absichtliche Erfinden von gefälschten Bewertungen extrem häufig ist. Ich aber ganz sicher nichts damit zu tun haben möchte. Das könnt ihr übrigens wunderbar in meinem Shop sehen: lieber keine Bewertungen als Ausgedachte – auch, wenns mau aussieht 😀
Bitte meldet Auffälligkeiten direkt an mich!
So können Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe aber meinen Ruf nachhaltig anknacksen. Und zwar massiv! Ohne, dass ich selbst davon weiß oder involviert bin. Auch, wenn in diesem Fall wirklich ein technischer Fehler vorgelegen haben mag, sind mir Fälle mit ähnlicher Wirkung in der Vergangenheit bereits mehrfach passiert (z. B. mehrere „langjährige Freundinnen“, die mich so gut kennen, dass sie wissen, was ich mit meinen Texten wirklich aussagen möchte, aber mich nicht zu schreiben traue oder „Freundinnen“, die genau wissen, dass ich Produkt XY privat über alles liebe und schon lange nutze…).
Darum meine große dringende bitte an euch:
Solltet ihr irgendwo auf unseriös anmutende oder verdächtig formulierte Inhalte stoßen, die angeblich mit mir in Verbindung stehen: meldet mir das bitte unbedingt!
Ich behandle das vertraulich und gehe dem dann selbst nochmal nach. Nichts ist für mich schlimmer als das andere unbemerkt meinen Ruf und meine jahrelange harte Arbeit ruinieren. Wenn das einer macht, dann will ich das im Zweifel selbst sein, das ist dann wenigstens meine eigene Schuld…
Ich stehe momentan mit einer der angeschriebenen Kolleginnen in Kontakt und die Sache ist jedenfalls noch nicht vom Tisch. Mehr kann ich dazu aber zu diesem Zeitpunkt nicht sagen…

Verhaltens- & Ernährungsberaterin für Katzen, Bloggerin
Miriam steht für die artgerechte Katzenhaltung. Mit ihrem Herzensprojekt katzen-fieber.de sensibilisiert sie seit über 13 Jahren für kätzische Bedürfnisse. Mit Online-Magazin, Vorträgen, Webinaren und Büchern vermittelt sie einfach verständliches Wissen. Individuelle Beratung rundet das Konzept ab. Für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Katze!



