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Eingewöhnung / Zusammenführung

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 29.11.2014

Alle Vorbereitungen sind getroffen, das notwendige Zubehör wurde in einer ausgiebigen Shoppingtour eingekauft und nun soll das neue Kätzchen abgeholt werden. Doch zuallererst stellen sich die Fragen: "Wie wird sich die neue Katze einleben?" "Wie kann ich ihr die erste Zeit im neuen Zuhause erleichtern?" "Was gibt es bei einer Zusammenführung von Katzen zu beachten?"

Eingewöhnung ohne Altkatzen

Holt man sich als Katzenneuling direkt 2 Katzen ins Haus, so ist die Eingewöhnung meist recht unkompliziert. Zuhause angekommen sollte man die Transportkisten in einen geschlossenen Raum, möglichst nicht weit entfernt von der Katzentoilette aufstellen und öffnen. Nun ist es wichtig, dem neuen Mitbewohnern ausreichend Ruhe und einen Rückzugsort zu gönnen. Es ist möglich, dass die Katzen direkt ohne Scheu oder Angst ihr neues Zuhause und ihren neuen Halter inspizieren und direkt in Beschlag nehmen.

Häufig jedoch sind die Katzen etwas ängstlich und brauchen Zeit, um sich der geänderten Situation anzupassen. Man sollte die Tiere dann in Ruhe lassen und sie keinesfalls bedrängen! Ein wenig Ablenkung für den neuen Besitzer kann in solch einer Phase nicht schaden, denn das ständige Nachschauen oder gar vor-der-Transportkiste-hocken ist nicht förderlich für die Katzen.

Die ersten Tage oder Wochen können etwas enttäuschend sein, nämlich gerade dann, wenn die Katzen scheu sind und sich nicht anfassen lassen oder sich in Anwesenheit des Menschen nicht blicken lassen. Meist sind erwachsene Katzen etwas scheuer als kleine Kitten, bei denen die naturgegebene Neugier meist schnell siegt. Rücksichtnahme und Geduld sind in der ersten Phase besonders wichtig!

Lässt man den Tieren die Zeit, die sie brauchen, um ihre neuen Umgebung als "ungefährlich" einzustufen kann man sich bald vorsichtig (und am besten mit einem Leckerchen oder Streicheleinheiten bewaffnet) nähern und den Kontakt langsam aufbauen.

Zusammenführung zu alteingesessenen Katzen

Hält man bereits eine oder mehrere Katzen und hat sich für eine weitere Katze entschieden, kann die Zusammenführung je nach Charakteren der Katzen weniger oder mehr kompliziert werden. Ratsam ist es, die neue Katze vorerst in einem separaten Raum unterzubringen, in der sich alles Nötige befindet. In diesem Raum sollte sie Sicherheit und Rückzugsmöglichkeiten finden. Erst, wenn sie sich wirklich an ihr neues Heim gewöhnt hat, sollte man mit der schrittweisen Zusammenführung mit den Altkatzen beginnen. Auch ein gesundheitlicher Check auf Parasiten und Infektionskrankheiten sollte vor der eigentlichen Zusammenführung durchgeführt worden sein.

Gittertür zum Separieren

Separieren der Katzen mittels Gittertür

Hat man unkomplizierte Katzen, so reicht es meist, die neuen Katze mit einem alten getragenen Shirt abzureiben, damit sie einen vertrauten Geruch annimmt und sie unter Aufsicht zu den anderen Katzen zu lassen. Fauchen, Knurren und Rückzug sind normal, jedoch sollte es nicht zu blutigen Auseinandersetzungen kommen! In diesem Fall hilft nur sofortiges beherztes Eingreifen und Trennen.

Sind die eigenen Katzen sehr dominant oder etwas "eigen", so sollte man eine langsame und schonende Zusammenführung in Betracht ziehen. Hierzu eignet sich eine leichte Gittertür, die statt einer normalen Türe im Rahmen angebracht wird. Durch diese können sich die Kontrahenten zwar sehen und riechen, jedoch nicht angreifen. Regelmäßiges Wechseln von benutzten Katzendecken und -kissen in den jeweils anderen Raum kann helfen, den Katzen den Geruch des jeweils anderen näher zu bringen.

Man sollte versuchen, die Futterplätze der Katzen an beiden Seiten der Gittertüre Schritt-für-Schritt anzunähern, um eine Gewöhnung und positive Verknüpfung mit dem Gegenüber zu erreichen. Ist ein Futtern neben der Gittertüre ohne großartige Anzeichen von Unwohlsein auf beiden Seiten geglückt, kann man versuchen, alle Katzen zusammen zu lassen. Dies sollte dann ohne große Zwischenfälle möglich sein.

Wichtig: Schon allein aus gesundheitlichen Gründen sollten ankommende Katzen zunächst ein paar Tage von den alteingesessenen Katzen getrennt werden. Erst, wenn klar ist, dass die neue Katze vollkommen gesund ist, keinerlei ansteckende Krankheiten oder gar Parasiten mitbringt, sollte der Kontakt zwischen den Katzen ermöglicht werden.

Bei manchen Katzen bringt der Stress des Umzugs und der Umgewöhnung bisher versteckte Krankheiten zum Ausbruch, darum ist es im Sinne aller Beteiligten von Vorteil, die Katzen ein paar Tage zu trennen. Sollten bereits beim Vorbesitzer oder im Tierheim Gesundheitstests durchgeführt worden sein, so sollte man darauf achten, dass diese erst kurze Zeit vor dem Umzug gemacht wurden, zudem sollte man sich das Ergebnis aushändigen oder zumindest zeigen lassen.

Zusammenführung unter Kitten

Die Zusammenführung unter Kitten läuft in der Regel sehr unkompliziert ab. Eine Annäherung zwischen zwei Kitten beginnt meist im Spiel, ihre ausgeprägte Neugier und ihr großer Spieldrang sorgen dafür, dass die Angst vor allem Neuen schnell vergessen ist. Üblicherweise ist bei der Zusammenführung junger Katzen kein vorsichtiges Herantasten nötig, häufig gewöhnen sich die Tiere schnell und mühelos aneinander.

Soll eine bereits erwachsene Katze mit einem Kitten zusammen geführt werden, gestaltet sich dies gewöhnlich schwieriger. Eine solche Konstellation ist in den meisten Fällen nicht anzuraten, da dies für alle Beteiligten starke Veränderungen und langfristige Probleme nach sich ziehen kann. (siehe "Auswahl der richtigen Katze")

Zusammenführung mit einer Einzelkatze

Je nachdem, wie lange eine Katze allein gelebt hat, kann sich eine Zusammenführung mit einer Einzelkatze mehr oder weniger schwierig gestalten. Ist sie seit der Trennung von ihrer Mutter an keine Katzengesellschaft gewöhnt, wird sich die Zusammenführung sehr schwierig gestalten oder gar ganz unmöglich sein. Ist eine Katze nur ein paar Monate oder Wochen allein und kennt den Umgang mit anderen Katzen bereits, ist es nicht ganz so schwierig.

Katzen, die bereits in einer Gruppe gelebt haben, beherrschen die Katzen-Kommunikation in der Regel (noch), sie muss meist nur etwas "aufgefrischt" werden. In dieser Zeit sollte man als Halter viel Nachsicht und Geduld haben. Wichtig ist, das Zusammenleben und die Kommunikation der Katzen zu beobachten und katzengerecht zu lenken.

Einzelkatzen können manchmal die ungewöhnlichsten Macken und Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, was es dem Neuankömmling schwer macht, auf "Katzenart" zu kommunizieren und die Signale der Gegenseite zu verstehen und richtig zu deuten. Daraus können sich ungeahnte Schwierigkeiten, Probleme und Streitigkeiten entwickeln.

Was tun, wenn die Zusammenführung missglückt?

Auch bei aller Vorsicht, Organisation und dem Beherzigen guter Ratschläge: in manchen Fällen kommt es vor, dass eine Zusammenführung als missglückt anzusehen ist. Normal ist, dass eine Zusammenführung Wochen, Monate, in wenigen Fällen sogar Jahre dauern kann. Zu schnell sollte man also nicht aufgeben. So lange keine blutigen Auseinandersetzungen aufkommen oder durch ein Ungleichgewicht der Charaktere Mobbing entsteht, sollte man den Katzen ihr eigenes Tempo zugestehen.

Manche Halter sehen eine Zusammenführung bereits als missglückt an, wenn die Katzen nicht kuschelnd und putzend "aneinanderhängen". Dies ist jedoch eine völlig unsinnige und überzogene Vorstellung. Nicht jede Katze hat Körperkontakt gern oder drückt ihre Sympathie durch Putzen oder Kuscheln aus. Manche Katze ist bereits damit zufrieden, wenn sie bei Bedarf einen kätzischen Partner zum Spielen um sich hat.

Nicht jede Zusammenführung und nicht jedes Katzenpaar zeichnet sich durch innigen körperlichen Kontakt aus. Sympathie und ein respektvoller Umgang miteinander ist häufiger die Regel im Zusammenleben zwischen Katzen. Es muss also nicht immer die "große Liebe" sein, eine gute Freundschaft reicht auch. Und zwar ganz besonders dann, wenn die Alternative zur Partnerkatze "alleinsein" heißt.

In den Fällen, wo aber auch nach allem Training, aller vergeblichen Versuche, Streitigkeiten unter den Katzen zu schlichten kein lebenswertes Miteinander entstehen kann, ist die einzige logische Konsequenz die Abgabe einer der Katzen in ein anderes, gutes Zuhause. In der Regel wird die neu zugezogene Katze abgegeben, da sich der Halter nur schwer von der alt eingesessenen Katze trennen mag.

Wenn Mobbing, Aggressionen, ständiger Streit und ernsthafte Auseinandersetzungen den Tagesablauf der Katzen beeinträchtigen ist es im Sinne der Tiere, sie voneinander zu trennen. Eine räumliche Trennung, etwa durch langfristige Separierung der Tiere in verschiedenen Räumen ist auf die Dauer nicht artgerecht und trübt das gesamte Leben aller Beteiligten.

Wer sich als Halter aus Mitleid nicht dazu durchringen kann, die zerstrittenen Parteien durch Abgabe eines der Tiere zu trennen, sollte sich klarmachen, wieviel Leid er den Katzen dadurch zumutet. Es ist weitaus besser, eines der Tiere in einem solchen Fall abzugeben, als das Familienleben durch einen "schiefen Haussegen" zu einer Tortur für alle Beteiligten werden zu lassen.

Unterstützung durch Geruchspheromone

Im Handel werden Sprays oder Duftstecker mit Geruchspheromonen angeboten, die dafür sorgen sollen, dass die Katzen etwas entspannter sind. Es wird ein für den Menschen nicht wahrnehmbarer Duftstoff aus den Gesichtsdrüsen der Katzen versprüht und soll so bei vielerlei Arten von Problemen helfen. Verwendet man solch einen Duftstecker, kann man die Zusammenführung oder Eingewöhnung der Katzen möglicherweise etwas stressfreier gestalten.


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Buchtipps:
  • "aller guten Katzen sind..?", Sabine Schroll, ISBN: 3-89906-431-3