In der Nachbarschaft als „Miriam mit dem Katzenjob“ bekannt zu sein, hat mich schon so manches Mal in ungewöhnliche Situationen gebracht. Vor längerer Zeit wurde ich aus einem traurigen Anlass angesprochen: die Katze einer Nachbarin war verstorben und sie wollte uns ihre verbliebene Katzenstreu vorbeibringen: Eineinhalb Beutel Sivocat Supersoft. Wir haben die Streu angenommen und anschließend getestet. Bei all der schönen Erinnerung an Katze Luna muss ich leider sagen, dass die Katzenstreu bei uns auf ganzer Linie durchgefallen ist. Im Testbericht erkläre ich dir, warum genau.
Schwere Bentonitstreu im einschneidenden Plastiksack
Die Sivocat Supersoft Katzenstreu wird durch die us-amerikanische Firma Minerals Technologies Inc. hergestellt und ist (auch) in verschiedenen Baumärkten erhältlich. Laut Hersteller-Website wird die Streu für den europäischen Markt auch in Europa verarbeitet: zum Beispiel in den Niederlanden oder Italien. Laut meiner Recherche stammt das dabei verwendete Bentonit aus Minen in Australien, China, der Slowakei, der Türkei und den USA. Teilweise schon extrem weite Transportwege nur für eine Katzenkloeinlage. Begeistert mich nicht wirklich.
Derzeit kostet ein 12-Liter-Sack – das entspricht einem Gewicht von ca. 12,8 Kilogramm – etwa 10,99 €. Und apropos Sack: Der Polyethylen-Plastiksack (PE) mit dem einschneidenden Griff bekommt von mir gleich zwei Minuspunkte: je einen für das nicht-umweltfreundliche Material und für die Unhandlichkeit. Denn leicht ist die Streu nicht zu tragen. So klemmt es doch sehr an den Händen beim Transport.
Interessant zu wissen:
Die Minerals Technologies Inc. (MTI) stellt diese Katzenstreu nicht nur unter dem Namen Sivocat her. Die gleiche Streu wird allein in Europa auch unter den Markennamen „Bentosan“, „Bioplus“, „Hygienit Klumpstreu“, „Naturkatzenstreu“ und „Supercats Klumpstreu“ verkauft. Zusätzlich produziert die MTI auch für andere Handelsmarken: Anderer Name, andere Verpackung, aber innendrin identisches Produkt mit all seinen Stärken und Schwächen.
Babypuderduft-Zusatz für die menschliche Nase und trotzdem Mief

Der nächste Minuspunkt der Sivocat Supersoft Katzenstreu ist für mich der Babypuderduft. Für meine menschliche Nase ist er im trockenen Zustand kaum wahrzunehmen – bei feuchter Streu riecht er für mein Empfinden doch recht unangenehm. Doch das ist nicht das eigentliche Problem, das ich mit dem Babypuderduft habe: Er ist ein rein menschliches – überflüssiges – Ding, das Katzen gleich mehrere Nachteile bringt.
Der Duftzusatz verändert den Geruch von Hinterlassenschaften und den Körpergeruch der Katze selbst. Und das, obwohl beides sehr wichtig für die Katzenkommunikation ist. Zudem sind die dafür verwendeten Chemikalien auch ein Allergieproblem für viele Katzen – erst recht, wenn die Katzenstreu noch staubt. So wie diese es tut.
Fein und grau – und extrem staubig

Die Sivocat Supersoft Katzenstreu ist wunderbar fein, was gut für empfindliche Katzenpfoten ist. Leider staubt sie als Bentonitstreu aber auch sehr stark. So stark, dass sie beim Einfüllen ins Klo auf den umliegenden Möbeln einen feinen Staubfilm hinterlassen hat. Beim Durchstreichen mit der Hand war der Staubfilm auch auf der Haut und nach dem Buddeln ebenso auf dem Fell meiner Katzen. Das ist nicht nur für Asthmakatzen, sondern für alle Katzen ein ziemlich großes Problem.
Kot aus der benutzen Streu herauszusieben ist keinerlei Problem – auch, wenn selbst der von Staub überzogen war. Die Urinklumpen auszusieben war da schon ein größeres Problem: zu früh geschaufelt und die Streu klebt als Matsch an der Streuschaufel. Zu spät geschaufelt und die Klumpen bröseln in feinste Teile, die nach einer gewissen Zeit schlimm meifen. Den „richtigen“ Zeitpunkt, um stabil geformte Klumpen heraus zu schaufeln konnte ich übrigens nicht wirklich abpassen. Anwenderfehler oder Produktmakel? Ich weiß es nicht.
Zuerst keine Berührungsängste bei meinen Katzen…
Ich habe die Katzenstreu in unserem 60 x 40 cm Testklo getestet. Die eineinhalb Beutel Sivocat Supersoft haben das Klo nicht ganz bis zu meiner gewünschten Höhe (min. 10 cm) gefüllt. Dementsprechend würde ich empfehlen, etwa zwei Säcke bei dieser Klogröße zu verwenden.
In der ersten Testzeit haben meine Katzen die Streu ohne zu zögern angenommen, alles darin verbuddelt und keine Anzeichen für Unwohlsein gezeigt. Die Streu streute dabei mittelmäßig ums Klo, aber das ist nunmal einer der Nachteile, den ich für die Priorität „feine Streu“ in Kauf nehmen muss. Von daher empfinde ich das nicht wirklich als negativer als bei anderer Streu. So musste ich halt einmal am Tag fegen. Hat mir keinen Zacken aus der Krone gebrochen.
Als die Streu aber ein paar Tage drin und auch benutzt worden war, begann sie trotz mehrmals täglicher Reinigung süßlich-miefend zu riechen. Das war nicht nur für uns Menschen unangenehm, sondern sichtlich auch für die Katzen. Denn ab da haben sie das Testklo nur noch extrem selten genutzt. Ich habe die Streu nach knapp 10 Tagen testen entsorgt. Noch länger drinlassen hätte für keinen von uns weitere Erkenntnisse gebracht und ich wollte uns allen unser Zuhause ehrlich gesagt auch nicht ganz vermiesen.
Sivocat Supersoft Katzenstreu: Fazit für mich
Alles in allem kann ich diese Katzenstreu wirklich nicht empfehlen. Sie ist zwar relativ preiswert, hat uns aber viele negative Erfahrungen beschert. Der Mief und der Staub waren dabei wohl die gravierendsten Minuspunkte und auch die, die andere Menschen höchstwahrscheinlich genau so sehen würden. Die Minuspunkte, die anderen Menschen wohl relativ egal sein dürften – mir aber nicht! – sind der Babypuderduft, die umweltschädliche Verpackung und dass der Rohstoff für die Streu durch die halbe Welt gekarrt wird. Da es genug bessere Alternativen fürs Katzenklo gibt, sind die letzten zwei Punkte für mich nichts, das ich in Kauf nehmen möchte.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich diese Streu nicht gekauft habe: nach dem Test wäre ich extrem enttäuscht gewesen, dafür dann auch noch Geld ausgegeben zu haben.

Verhaltens- & Ernährungsberaterin für Katzen, Bloggerin
Miriam steht für die artgerechte Katzenhaltung. Mit ihrem Herzensprojekt katzen-fieber.de sensibilisiert sie seit über 13 Jahren für kätzische Bedürfnisse. Mit Online-Magazin, Vorträgen, Webinaren und Büchern vermittelt sie einfach verständliches Wissen. Individuelle Beratung rundet das Konzept ab. Für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Katze!



