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häufige Fehler in der Katzenhaltung

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.08.2014

Wer sich Katzen anschafft kann - unbewusst oder bewusst - so einiges falsch machen. Nicht alle Ratschläge, die einem von Bekannten, Tierärzten oder angeblichen "Fachbüchern" erteilt werden, sind heute noch zeitgemäß oder vereinbar mit artgerechter Haltung von Katzen. Letztendlich sollten nicht der eigene Geldbeutel, Ignoranz oder veraltete Ansichten über die Art entscheiden, wie die eigene Katze in ihrem Zuhause leben muss. Vielmehr muss auf die Bedürfnisse der Katze eingegangen werden und für gesunde, artgerechte und abwechslungsreiche Umgebung geachtet werden.

Jeder, der aus Beqeumlichkeit, Sparsamkeit oder anderen egoistischen Gründen der Katze wichtige Aspekte eines katzengerechten Lebens vorenthält, sollte bedenken, dass sich dies auf die Gesundheit, die Lebenserwartung, das Verhalten und das Wohlbefinden der Katze auswirkt. Eine Auflistung der häufigsten Fehler in der Katzenhaltung:

vorschnelle Anschaffung/nicht alle Mitbewohner sind einverstanden

Lebewesen wie Katzen eignen sich nicht als Geschenk. Sie haben Bedürfnisse, Eigenheiten und ihre Haltung bringt eine Menge Verantwortung und Kosten mit sich. Sind nicht alle Mitbewohner mit der Anschaffung einer Katze einverstanden, können sich große Probleme im Alltag einstellen. Um nicht in die Lage zu kommen, über artgerechte Haltung oder nötige Ausgaben feilschen zu müssen, sollten ausnahmslos alle Beteiligten mit dem Einzug von zwei Katzen einverstanden sein. Andernfalls ist von der Anschaffung von Katzen dringend abgeraten!

Kauf der Katze bei einem unseriösen Anbieter

Das Leben der Katze fängt mit ihrer Geburt an. Die ersten Wochen ihres Lebens beeinflussen Gesundheit, Lebenserwartung und spätere Verhaltensauffälligkeiten. Wer seine Katze aus Unwissenheit oder Sparsamkeit bei einem fraglichen Anbieter kauft, muss damit rechnen, dass schlimme (Erb-)Krankheiten, Verhaltensprobleme und häufig auch horrende Tierarztkosten auf ihn zukommen.

Mehr dazu im Bereich "einen seriösen Anbieter finden".

zu junge Kitten

Kitten lernen in den ersten Lebensmonaten wichtige Lektionen im Umgang mit Artgenossen, Sozialverhalten, Stubenreinheit und dem Umgang mit Menschen. Diese Entwicklung ist erst mit etwa 12-16 Lebenswochen so weit gefestigt, dass das Kitten ins neue Heim ziehen kann und sich körperlich und seelisch gesund entwickelt.

Wer seine Katze schon vor dieser entscheidenden Schwelle aus der Umgebung mit Mutterkatze und Geschwistern reißt, sollte mit späterer Unsauberkeit, Aggression, Zerstörungswut und unsozialem Verhalten rechnen. Mehr dazu im Bereich "Entwicklung der Kitten".

Einzelhaltung von Katzen

Katzen sind keine Einzelgänger und brauchen einen passenden Artgenossen, um sich seelisch gesund zu entwickeln. Katzen, die als Einzeltiere gehalten werden, können schwere soziale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

Mehr dazu im Bereich "Einzelhaltung?!".

unkastrierte Katzen und Kater

Die Kastration gehört zwingend zur artgerechten Haltung von Katzen dazu. Es werden nicht nur überflüssige Würfe verhindert, auch die Gesundheit der Tiere wird gefördert und beschützt. Unkastrierte Tiere leiden unter Dauerstress, setzen sich als Freigänger unnötigen Risiken aus und haben ein vielfach erhöhtes Risiko an krankhaften Gebärmutter- und Gesäugeveränderungen (z.B. Tumore oder Entzündungen) zu erkranken. Auch das Risiko, sich bei Deckakt oder Revierstreitigkeiten mit Infektionskrankheiten anzustecken ist mit einer Kastration vermindert.

Mehr dazu im Bereich "Kastration".

verantwortungslose Vermehrung von Katzen ("nur ein Wurf..."/"Kitten sind ja so süß!")

Jeder Wurf einer Katze ist unnötig. Er bringt sie in seiner Entwicklung nicht weiter, sondern kann ungeahnte Kosten und Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Meist wird zudem kein Wert auf Gesundheitsvorsorge, Untersuchungen der Zuchttiere und Kitten und auf Grundwissen über Trächtigkeit, Geburt, Erbkrankheiten oder Genetik gelegt. Solche Würfe sind verantwortungslos und sollten unterbunden werden.

Mehr dazu im Bereich "warum kein eigener Wurf?".

ungesicherte Fenster und Balkone

Einige Halter sind der Meinung, dass die Sicherung von Fenstern und Balkonen mithilfe von stabilen Fenstergittern oder Katzennetzen nicht nötig sei. "Meine Katze ist nicht so dumm, da herunterzufallen" oder "Das geht schon jahrelang gut" sind die schwachen Begründungen, die eigene Katze tagtäglich vermeidbaren Gefahrenquellen auszusetzen. Ein Sturz ist schnell passiert und hat nichts mit Unachtsamkeit oder Dummheit der eigenen Katze zu tun.

Schwere Verletzungen, der Tod der Katze und hohe Tierarztrechnungen sind Folgen solch unbedachter Haltung. Schwere Vorwürfe und späte Reue bewahren die Katze nicht vor langanhaltenen Schmerzen, Schäden oder gar dem Tod! Mehr dazu im Bereich "Gefahrenquellen".

nicht artgerecht/unsicher eingerichtete Wohnung

Katzen brauchen Kratzmöglichkeiten, ruhige Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten und vor allem Platz und Erlaubnis zum Rennen, Kratzen und Toben. Zerbrechliche Gegenstände, empfindliche Möbel und teure Einrichtung setzen der Katze Begrenzungen und können gefährlich werden. Statt zahlreiche Verbote für die Katze zu verhängen sollte man die eigene Wohnung katzengerecht und katzensicher gestalten.

Mehr dazu im Bereich "Wohnungshaltung".

unbeaufsichtigte Kippfenster

Fenster in gekippter Stellung können regelrechte Todesfallen für Katzen sein. Ist die Katze neugierig und versucht, durch das Fenster zu entwischen, kann sie sich einklemmen und rutscht durch panikartige Befreiungsversuche nur noch tiefer in den Spalt zwischen Fensterrahmen und Fenster. Schwerste Quetschungen, Organschäden, Abklemmungen und nicht selten auch der Tod der Katze sind die Folge. Gekippte Fenster sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben!

Mehr dazu im Bereich "Wissenswertes -> Kippfenstersyndrom".

unbedachte Auswahl einer Partnerkatze

Wird eine Partnerkatze nicht nach den Charaktereigenschaften und Bedürfnissen der bereits vorhandenen Katze(n) ausgesucht, können sich schwere Probleme im Zusammenleben entwickeln. Wird mehr Wert auf Rassezugehörigkeit und Aussehen der Partnerkatze gelegt oder darauf, dass es unbedingt ein Kitten sein muss, kann eine Zusammenführung gehörig schief laufen. Stattdessen sollte man vor allem auf die Bedürfnisse, die Vorlieben und den Charakter der bereits vorhandenen Katzen(n) eingehen.

Mehr dazu im Bereich "wie suche ich eine passende Zweitkatze aus?".

Kitten und (alte) erwachsene Katze zusammenbringen

Manche Menschen sind auch heute noch der Meinung bei Katzen gäbe es (ähnlich wie bei Hunden) einen "Welpenschutz" für Kitten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wie auch andere Eindringlinge wird ein Kitten von einer ihr fremden Katze im Kampf ernsthaft verletzt. Das Kitten kann sich jedoch aufrgund seiner Körperstatur nicht ausreichend gegen Angriffe wehren. Zudem ist der Bewegungsdrang und die überschüssige Energie von Kitten häufig viel ausgeprägter als bei erwachsenen, älteren Katzen. Für beide Parteien wäre eine Zusammenführung kein großer Gewinn, sondern (im Gegenteil) eine große Belastung!

Mehr dazu im Bereich "Eingewöhnung & Zusammenführung".

falsche/wenig artgerechte Ernährung

Leider machen sich viele Katzenhalter selbst keine Gedanken um wirklich artgerechte, gesunde und ausgewogene Nahrung für ihr Tier. Sie vertrauen auf Werbeversprechen, Aussagen von Tierärzten und Bekannten und verfüttern vielbeworbene Marken und Trockenfutter. Dass dies gesundheitliche Folgen wie Zahnprobleme, Nierenschäden, Dehydrierung, Diabetes, Blasensteine und Übergewicht mit sich bringen kann, ist Vielen nicht bekannt. Gutes, artgerechtes Futter trägt eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung der Katze, weswegen sich jeder Katzenhalter selbst Wissen über Katzenfutter aneignen sollte.

Mehr dazu im Bereich "woran erkenne ich hochwertiges Futter?".

notige Tierarztbesuche verweigern/aufschieben

Ist die Katze krank, verhaltensauffällig, hat Schmerzen oder Verletzungen ist ein Tierarztbesuch nötig. Bei manchen Symptomen muss eine Behandlung schnell erfolgen, manche Behandlungen können um ein paar Tage verzögert werden. Allerdings gibt es Katzenhalter, die aus Geldmangel, Sparsamkeit oder Beqeumlichkeit ihrer Katze den Tierarztbesuch verweigern oder ihn zu lange aufschieben. Dies kann schwere Folgen für die Gesundheit der Katze und den Geldbeutel der Halters haben! Notwendige Tierarztbehandlungen sind in schweren Fällen sofort, in weniger dringenden Fällen zeitnah durchführen zu lassen.

Mehr dazu im Bereich "wann ist ein Tierarztbesuch notwendig?".

"anstrengende" Katzen leichtfertig abschieben

Nicht immer ist Katzenhaltung leicht. Verhaltensauffälligkeiten, Streit in der Katzengruppe, langwierige, teure Behandlungen und die Tatsache, dass Katzenhaltung auch Arbeit und Dreck macht, sind oftmals Gründe, warum Katzen leichtfertig aus ihrem Zuhause abgeschoben werden. Statt Zeit, Geld und Arbeit zu investieren und Ursachen für bestimmte Probleme zu ergründen und abzustellen gehen manche Katzenhalter den einfachen Weg und geben ihre Tiere ab, wenn sie "lästig" oder "unbequem" werden.

Wer sich Katzen anschafft, sollte sich darüber klar sein, dass Geld ausgegeben, Kompromisse geschlossen und Arbeit verrichtet werden muss. Wer dazu nicht bereit ist, sollte von Anfang an auf die Haltung von Katzen verzichten und sich keine Tiere (mehr) anschaffen. Mehr dazu im Bereich "Umgang mit Verhaltensgestörten Katzen".

nicht gekennzeichnete/kastrierte Freigänger

Sollen die eigenen Katzen einmal Freigang genießen dürfen, so sollten sie frühzeitig kastriert und gekennzeichnet werden. Eine Kennzeichnung wird mithilfe eines Chips (keine Narkose nötig) und/oder eines Tattoos (Narkose nötig) durchgeführt. Damit ist gewährleistet, dass aufgefundene Tiere zurück zu ihrem Halter vermittelt werden können. Um keinen unnötigen Nachwuchs zu unterstützen und gesundheitliche und soziale Probleme zu vermeiden, sind Freigänger vor ihrem ersten Spaziergang zu kastrieren.

Mehr dazu im Bereich "Freigang".


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