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FIV - Feline Immundefizienz-Virus / Katzen-AIDS

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 11.07.2016

Das FIV - feline immundefizienz Virus - ist - wie auch das FelV - ein Retrovirus, das weltweit vorkommt 123469. In Deutschland sollen etwa 1,5-5% aller Katzen 161618 betroffen sein, wobei Freigänger, (potente) Kater und alte bzw. kranke Katzen häufiger infiziert sind und Symptome zeigen 12345679. Es gibt 4 bzw. 5 Subtypen des Virus (A-E). In Europa kommen vor allem die Typen "A" und "B" vor 13161723. Das Virus (auch oft "Katzen-AIDS" genannt) ist mit dem menschlichen HIV (das AIDS auslösen kann) verwandt, jedoch nicht auf den Menschen übertragbar.

Das Virus wird vor allem durch Bissverletzungen übertragen. Bei einer Infektion mit dem FIV entwickelt die Katze eine Immunschwäche, welche sie anfällig für andere (Infektions-)Krankheiten, Bakterien, Pilze und Parasiten macht. Diese Immunschwäche zeigt sich oft erst Monate oder gar Jahre nach der Infektion mit FIV. Bei guter Haltung und Pflege können auch FIV-Katzen ein langes Leben haben: sie müssen nicht zwangsläufig an FIV (oder den Sekundärinfektionen) sterben und können genau so alt werden wie gesunde Katzen 38151618.

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Übertragung

Das Virus wird hauptsächlich über den Speichel übertragen 124816. Auch eine Übertragung durch Blut infizierter Katzen, durch (nicht ausreichend sterilisiertes) OP-Besteck, durch Muttermilch und sogar eine Übertragung im Mutterleib ist möglich 1234689111618. Die meisten infizierten Mutterkatzen bringen jedoch nicht-infizierte Kitten zur Welt 1430 und geben den Kitten durch die Muttermilch der ersten Tage Antikörper mit auf den Weg 126911. Der rein sexuelle Kontakt zwischen Kater und Katze ist ein weiterer Übertragungsweg (es wurden bereits Viren in Samenflüssigkeit und Vaginalabstrichen nachgewiesen), spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle - wenn man vom Paarungsbiss absieht, der aber zudem nicht in allen Fällen stattfindet 9101316.

Das größte Risiko für eine Ansteckung geht durch Bisse von infizierten Katzen aus - Bissverletzungen gelten als Hauptübertragungsweg für FIV 124567891016. Eher unwahrscheinlich ist die Ansteckung über gemeinsam genutzte Näpfe, Toiletten, durch Niesen oder gegenseitiges Putzen 45911121821. Durch Kleidung, Schuhe oder Gegenstände findet keine Übertragung statt 12: es ist ein Katze-zu-Katze-Kontakt mit einer infizierten Katze nötig.

Nach der Infektion befällt das Virus vor allem jene Organe/Gewebe, die am Immunsystem der Katze beteiligt sind - z.B. die Lymphknoten. Aber auch andere Organe wie Knochenmark, Verdauungstrakt, Lunge, Niere und Gehirn sind betroffen 18. Ist das Virus einmal im Körper, kann es von den Antikörpern der Katze nicht ganz beseitigt werden 81618 und die Katze ist lebenslang infiziert 816.

Überleben des Virus außerhalb des Wirts

Außerhalb des Wirts ist das FIV nur wenig lebensfähig: es stirbt binnen weniger Stunden ab und ist anfällig gegenüber einfacher Seife, Haushaltsreiniger und Haushaltsdesinfektionsmitteln 23691223. Um das Virus in der Umgebung der Katze unschädlich zu machen, soll Absaugen/Shampoonieren von Textilien und Teppichen und Desinfizieren von Näpfen, Katzentoiletten und Wischböden ausreichend sein 236923.

Krankheitsverlauf

Eine Infektion mit dem FIV bzw. der Krankheitsverlauf einer FIV-Katze verläuft in drei bzw. vier Stadien 1416. In den ersten 3-6 Wochen nach Ansteckung mit dem FIV - "aktute" oder "primäre Phase" genannt - zeigt sich in der Regel zunächst nur eine (leichte) Verdickung/Schwellung der Lymphknoten und leichtes Fieber 145679. Im Blut zeigt sich eine verringerte Anzahl an neutrophilen Granulozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen, wichtig für das Immunsystem). Dieses Stadium dauert nur wenige Wochen oder Monate und ist in der Regel so gering ausgeprägt, dass es durch den Halter übersehen wird 1.

Nach dieser Phase folgt die sogenannte "asymptomatische Trägerphase" - was nichts anderes bedeutet, als dass die Katzen das Virus zwar in sich tragen, aber nicht krank werden und keine Symptome zeigen 147. Diese Phase kann viele Monate oder Jahre dauern - ohne, dass man der Katze etwas ansieht. Statistisch gesehen dauert so eine Phase in Europa etwa 4 Jahre 1. Wie lang diese Stufe der Krankheit andauert, hängt vor allem auch vom Gesundheitszustand, dem Alter, der Ernährung und der Haltung der Katze ab 1. Die Katze hat in diesem Stadium eine geringe Anzahl von Viren im Blut und scheint vollkommen gesund 147. Bei manchen Katzen zeigen sich nie Symptome, sie sind jedoch trotzdem dauerhaft infiziert 318.

Bei vielen Katzen folgt auf diese Trägerphase dann eine Phase, die von Sekundärinfektionen und Krankheit geprägt ist. Sie wird "ARC"-Phase (AIDS-related Complex, übersetzt "AIDS-ähnlicher Komplex") genannt und äußert sich durch Entzündungen vor allem in der Maulhöhle, dem Atemapparat und dem Verdauungstrakt 14. Dieses Stadium zeigt sich häufig bei Katzen im Alter zwischen 5 und 12 Jahren 4 und kann sich monatelang hinziehen 1.

Darauf folgt das letzte Stadium der Infektion, welches als "AIDS-Phase" bezeichnet wird und Monate andauern kann 1. Katzen, die dieses Stadium erreichen, sollen eine Überlebenszeit von etwa einem Jahr haben 47. Die Symptome/Krankheiten der ARC-Phase verschlimmern sich und es können ausgeprägtere Symptome Gewichtsverlust, Blutarmut und zusätzliche Infektionen hinzukommen 1.

Wichtig zu wissen ist es, dass sich diese Phasen bei natürlich (nicht im Labor) infizierten Katzen nicht streng voneinander abgrenzen müssen und der Krankheitsverlauf nicht derart linear sein muss: es kann durchaus vorkommen, dass nicht alle Stadien auftreten und die Katze sich nach schlimmen Phasen wieder vollständig erholt 15. Die Krankheitsverläufe und -anzeichen können so individuell wie die betroffenen Katzen sein.

Begleiterkankungen und Symptome

Ist die Katze mit FIV infiziert, entwickelt sie häufig im Lauf der nächsten Monate oder Jahre eine Immunschwäche 19. Aufgrund dieser Immunschwäche kann sich das Immunsystem der Katze nicht mehr wie gewöhnlich gegen Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze wehren. So können eine Vielzahl an Symptomen und Begleiterkrankungen auftreten.

Besonders häufig sind dabei schlechtes Fell, Juckreiz, Haarausfall, schlecht verheilende Wunden, Gewichtsverlust und Fressunlust 1345679. In früheren Phasen machen sich vor allem geschwollene Lymphknoten und Fieber bemerkbar 345679. Auch chronische bakterielle Entzündungen der Haut, der Ohren, der Harnblase und der Atemorgane können auftreten 1469. Eine Infektion mit FIV soll ebenfalls häufig mit Entzündungen im Maulraum ("Stomatitis") und an den Zähnen ("Periodontitis") bzw. dem Zahnfleisch ("Gingivitis") einhergehen - so ist auch Maulgeruch bei betroffenen Katzen nicht selten 134567933. Langanhaltende Calici-Infektionen sollen durch das FIV begünstigt werden 16.

Verhaltensveränderungen (Aggressivität, Apathie, Rückzug, Unsauberkeit), Durchfall und Tumore (z.B. Leukämie) können ebenfalls auftreten 1456791015. Auch unter Nierenversagen, Blutarmut ("Anämie") und Veränderungen an den Augen (z.B. Konjunktivitis oder erhöhter Augendruck) können betroffene Katzen leiden 1345691015. Trächtige Katzen mit FIV können Fehlgeburten erleiden 8918. Etwa 5% der mit FIV infizierten Katzen leiden zudem an neurologischen Störungen (z.B. Anfällen, Zuckungen, Koordinationsschwierigkeiten, Gleichgewichtsstörungen) 14791015.

Diagnose

Wie bei vielen anderen Infektionskrankheiten der Katze, gibt es auch bei FIV nicht "den einen Test". Da die gezeigten Symptome recht unspezifisch sein können und nicht auf genau eine bestimmte Krankheit deuten, ist meist eine genaue Beobachtung der Katze und eine Kombination mehrerer Untersuchungen anzuraten. Um auszuschließen, dass die Krankheitszeichen (auch noch) von anderen Krankheiten kommen, sollte die Katze auf chronische Entzündungen des Mauls, der Haut und Ohren, des Darms sowie der Maulhöhle untersucht werden: bakterielle Erreger und Viren lassen sich beispielsweise durch einen Abstrich nachweisen. Ebenso sollten Anämie, Tumore und Erkrankungen des Nervensystems ausgeschlossen werden.

Auch Untersuchungen auf Parasiten und Pilze sind ratsam. Im Hinblick darauf, dass die Symptome einer FIV-Erkrankung denen einer Infektion mit FelV ähneln, sollte die Katze auch auf dieses Virus untersucht werden 1468.

Im folgenden werden nur die Diagnosemöglichkeiten aufgeführt, die besonders häufig eingesetzt werden. Zwar gibt es weitere Testmöglichkeiten, diese werden jedoch aufgrund von höheren Kosten und Aufwand (Speziallabor) häufig nur in Ausnahmefällen angewandt.

Blutbild

Sieht man sich die Blutwerte von mit FIV infizierten Katzen an, kann man häufig folgende Auffälligkeiten erkennen: Es zeigen sich eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen 461314, erhöhte Globulin-Werte 41418 und Anämie (Blutarmut = niedrige Zahl an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) 414. Ebenso kann häufig eine Verschiebung der Anzahl der neutrophilen Granulozyten (erhöht oder vermindert) beobachtet werden 61418.

Statisch gesehen haben 50-75% aller FIV-Katzen (mehrere) verschobene Blutwerte 1418. Wichtig ist jedoch, dass die Verschiebung der Blutwerte allein rein gar nichts über eine Infektion mit FIV aussagt: sie sind nur ein Puzzleteil der Diagnose.

Antikörperbestimmung

Wenn es um die Antikörperbestimmung gegen FIV geht, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten. Im Gegensatz zu einer Ansteckung mit FelV kann die Katze das FIV nicht überwinden: ist sie einmal infiziert, bleibt sie dies ein Leben lang 9. Antikörper gegen FIV können bei der Katze in einem von zwei Fällen gefunden werden: entweder die Katze ist gegen FIV geimpft (sehr selten, siehe unten) 14 oder sie ist mit dem Virus in Kontakt gekommen.

Antikörper gegen das FIV werden erst im Verlauf der Infektion gebildet und sind nicht vom ersten Tag der Ansteckung an da. In der Regel dauert es 14-90 Tage (teilweise auch bis zu einem Jahr), bis die Katze Antikörper bildet 2468916. So sind also Antikörpermessungen im frühen Stadium der Krankheit nicht immer aussagekräftig, aber auch im späteren Stadium können sie falsch negativ ausfallen: der Körper der Katze ist derart geschwächt, dass er nicht mehr genügend Antikörper bildet, um sie in Tests nachzuweisen können 7817. Sowohl negative, als auch positive Testungen sollten wiederholt werden, im Abstand von etwa 60-80 Tagen 246891123 - besonders dann, wenn die Herkunft und der Status der getesteten Tiere unbekannt ist.

Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass Kitten durch die Aufnahme der ersten Muttermilch Antikörper von ihrer Mutter "mitbekommen" können und so ein falsch positives Testergebnis erhalten. Erst ab einem Alter von 16-20 Lebenswochen wird dieser Schutz abgebaut und die Kitten entwickeln ihr eigenes Immunsystem 12346911. Ein Antikörpernachweis ist bei Kitten erst ab einem Lebensalter von etwa 6 Monaten wirklich zuverlässig durchzuführen 234569111617.

Antikörperbestimmung - ELISA* SNAP-Test - Schnelltest

In den Tierarztpraxen werden häufig zunächst Schnelltests - eine Kombination aus FelV- und FIV-Test - angewendet, um Antikörper gegen FIV im Blut der Katze zu finden 17. Diese Tests können an frischem, gekühltem oder gefroren aufbewahrten Blut angewendet und nach 10 Minuten ausgewertet werden 19. Werden keine Antikörper gefunden, so gilt das Ergebnis als recht zuverlässig 2, im Falle eines (positiven) Antikörpernachweises soll das Ergebnis zu 80-90% sicher sein 16.

Sowohl bei negativem, als auch besonders einem positiven Ergebnis sollte ein Wiederholungstest vorgenommen werden - im besten Fall ein "Western Blot"-Test 123416.

* ELISA = "Enzyme Linked Immunosorbent Assay". Beim ELISA-Verfahren werden Enyzme und Färbemittel eingesetzt. Die Enzyme binden sich an Antikörper/Antigene und können mithilfe von spezieller Einfärbung sichtbar gemacht werden.

Antikörperbestimmung - Western Blot

Der Western Blot-Test gilt als "Goldstandard" für die Antikörperbestimmung bei FIV 131617. Er wird vor allem dann eingesetzt, um unklare Ergebnisse abzusichern oder Ergebnisse vorheriger Tests abzusichern117.

Behandlung / Heilung?

Derzeit gibt es keine Heilung für von FIV betroffene Katzen 17816. Trotzdem ist es nicht nötig, eine betroffene Katze einschläfern zu lassen: auch Katzen mit FIV können alt werden und ein Leben mit Lebensfreude führen 316182324. FIV ist kein Todesurteil! Nur etwa 18-20% der infizierten Katzen sterben innerhalb 4,5-6 Jahren nach der Infektion 1015.

Es sollte versucht werden, Sekundärinfektionen zeitnah und effektiv zu behandeln und das Immunsystem der Katze zu stärken bzw. so wenig wie möglich zu belasten4516. Auch Parasitenbefall sollte bekämpft werden. Es ist wichtig zu wissen, dass Medikamente - welche z.B. Sekundärinfektionen bekämpfen sollen - bei einer FIV-Katze nicht so gut anschlagen wie bei gesunden Katzen: es sind häufig eine länger dauernde Therapie und/oder stärkere Medikamente angezeigt 24. Zu vermeiden sind Medikamente, die das Immunsystem der Katze "herunterfahren", wie Kortikosteroide/Kortison 16.

Teilweise wurden Untersuchungen mit Medikamenten gegen das menschliche HIV - denn es ist ja mit dem FIV verwandt - auch an betroffenen FIV-Katzen durchgeführt: z.B. mit dem AIDS-Medikament "AZT" (Azidothymidin bzw. Zidovudin) 172124. Diese Medikamente zeigten teilweise Verbesserungen in der Lebensqualität, sind aber insgesamt wegen der hohen Nebenwirkungs-Gefahr und dem mit der Eingabe verbundenen Aufwand (zweimal tägliche Eingabe) sehr umstritten 189112224.

Immunstärkende Mittel wie Lactoferrin oder Interferon können unter Umständen Sinn machen, ihre Wirkung ist jedoch ebenfalls umstritten 1311162021243132. Eine Untersuchung zeigte, dass zumindest Interferon nicht vorbeugend gegen eine Infektion mit FIV wirkt bzw. Symptomentwicklung nicht verhindern kann 32. Auch eine Zugabe von Probiotika und der Aminosäure Tryptophan zum Futter kann unter Umständen ratsam sein 2829 - manche Katzen mit FIV haben einen veränderten Tryptophan-Stoffwechsel.

Eine FIV-Katze sollte in der Wohnung gehalten werden und keinen Freigang genießen - dies dient ihrem eigenen Schutz vor Sekundärinfektionen und dem Schutz anderer Katzen vor Ansteckung 12345789111624. Sie sollte - falls noch nicht geschehen - kastriert werden und insgesamt stressfrei gehalten werden 1234578916. Es sollte auf gute Ernährung und regelmäßige (halbjährliche) Tierarztbesuche Wert gelegt werden - der Halter sollte seine betroffene Katze gut beobachten und bei Anzeichen von Krankheiten unverzüglich den Tierarzt aufsuchen 2368916232445.

Es wird von verschiedenen Stellen empfohlen, möglichst kein rohes Futter zu verfüttern: FIV-Katzen haben (besonders in späteren Stadium) ein geschwächtes Immunsystem, welches möglicherweise Krankheitserregern (z.B. Salmonellen, Toxoplasmose) nicht mehr so gut bekämpfen kann 2589.

Impfungen

Sowohl Impfungen gegen FIV als auch Impfungen infizierter Tiere sind höchst umstritten 82324.

Impfungen gegen FIV

Seit dem Jahr 2002 ist in den USA - seit 2004 in Australien/Neuseeland - ein Impfstoff gegen FIV zugelassen 17. Für diese Impfung ist eine Grundimmunisierung mit drei Injektionen im Abstand von drei Wochen und eine vorherige Testung empfohlen 129. Sie soll eine Schutzwirkung von etwa 80% aufweisen, aber nicht gegen alle Subtypen des Virus wirksam sein 1. So ist der Impfstoff nicht unter (natürlichen) Feldbedingungen und nicht bei den europäischen Viren-Subtypen getestet worden bzw. wirksam 113242627. Eine Impfung gegen FIV erschwert die Diagnose einer Infektion mit dem Virus: durch den Impfstoff bildet die Katze Antikörper - somit ist der Antikörpernachweis zur Diagnose des FIV bei diesen Katzen nicht aussagekräftig 15911.

Die Wirkung scheint insgesamt fragwürdig und von vielen Quellen wird von einer Impfung abgeraten 247824. In Europa ist dieser Impfstoff derzeit ohnehin (noch) nicht zugelassen 1316.

Impfungen bei infizierten Katzen

Was Impfungen bei infizierten Katzen angeht, so gibt es einige Punkte zu bedenken. Durch das geschwächte Immunsystem kann die Wirkdauer von Impfungen herabgesetzt werden und Impfabstände sollten nach manchen Quellen auf etwa 6 Monate verkürzt werden 1. Andererseits könnte das geschwächte Immunsystem durch die zusätzliche Belastung einer Impfung noch mehr beeinträchtigt werden 82324. Es ist also eher nicht die Frage "Impfen oder nicht?", sondern vielmehr die Fragen "Wer?", "Wann?" und "Wie oft?", die sich der Halter einer infizierten Katze stellen sollte. So sollen Impfungen im Frühstadium der Krankheit noch gut anschlagen und eine gute ("normale") Wirkdauer aufweisen 124.

Symptomfreie Katzen können nach einigen Quellen entsprechend den Empfehlungen für gesunde Katzen geimpft werden. Katzen, die bereits Symptome der Immunschwäche zeigen, sollten nicht nach Anischt mancher Quellen mehr geimpft werden 325. Auch alte Wohnungskatzen brauchen demnach nicht mehr geimpft zu werden, Freigänger jedoch möglichst schon 24. Insgesamt ist zu sagen, dass Katzen mit FIV möglichst nur Totimpfstoffe verabreicht werden sollten 2425.

infizierte Katzen und andere Katzen

Katzen, die mit FIV infiziert sind, sollten nicht in den Freigang entlassen, sondern ausschließlich in der Wohnung gehalten werden - zum einen können sie selbst sich bei anderen Katzen anstecken, zum Anderen können auch sie andere Katzen anstecken 123457916. Sie sollten zudem kastriert sein, um beispielsweise Aggressionen zu vermindern 12351623.

Ist nur eine Katze inmitten von anderen Katzen mit dem FIV infiziert, so gilt es abzuwägen: ist die Gruppe insgesamt harmonisch und gibt es keine Streitigkeiten mit Bissen, könnte theoretisch auch eine FIV-positive Katze zwischen FIV-negativen Katzen leben. Die Übertragung des Virus über gegenseitiges Putzen oder gemeinsam genutzte Näpfe/Toiletten ist sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht ganz auszuschließen 23489122430. Verschiedene Quellen empfehlen eine Trennung der infizierten Katzen von nicht-infizierten Katzen - besonders dann, wenn eine davon an ansteckenden Krankheiten leidet 1924. Vor dem Neuzugang einer Katze sollten - falls noch nicht geschehen - alle Tiere getestet werden: während der Zusammenführung ist das Risiko von Bissverletzungen (also auch Übertragung des Virus) leider nicht zu vermeiden 2458911.

Werden FIV-Katzen im Tierheim gehalten, so sollten sie nach Aussage mancher Quellen getrennte Bereiche bewohnen 324. In Kliniken können infizierte Katzen auf der gleichen Station untergebracht werden wie andere Katzen, vorausgesetzt, diese haben keine ansteckenden Krankheiten 324.

Zusammenfassend: FAQs zu FIV

Ist FIV ansteckend? Das FIV wird durch direkten Kontakt von Katze-zu-Katze hauptsächlich durch Bissverletzungen übertragen. Auch eine Ansteckung durch Muttermilch und im Mutterleib ist theoretisch möglich. Sehr unwahrscheinlich ist eine Übertragung durch gegenseitige Fellpflege oder gemeinsam genutzte Näpfe und Toiletten. Das Virus wird nicht durch Gegenstände, Schuhe oder Kleidung übertragen. Generell ist es für den Menschen nicht gefährlich und wird nicht auf ihn übertragen1458111213 16 - auch nicht durch Bisse oder Kratzer einer infizierten Katze bzw. Reinigung von Toiletten und/oder Näpfen12.

Mein Tierarzt sagt, meine Katze hätte FIV: was ist jetzt zu tun? Zunächst einmal ist mindestens ein weiterer Bestätigungstest (Western Blot) durchzuführen, um ein positives Ergebnis entweder zu bestätigen oder zu verwerfen.

Meine Katze ist infiziert - wie kann ich ihr helfen? Ist die Katze infiziert, zeigt aber keine Symptome, so sollte viel Wert auf eine gute, stressfreie Haltung, gesunde Ernährung, Kastration und ein harmonisches Zusammenleben gelegt werden. Sofern es möglich ist, sollte der Freigang versagt werden. Ist die Katze infiziert und krank, ist ein zeitnaher Tierarztbesuch und die effektive Diagnose und Behandlung von Begleiterkrankung dringend wichtig. FIV-Katzen werden leider schneller krank als gesunde Katzen und erholen sich in der Regel auch schlechter. Es sollte immer ein Auge auf den körperlichen Zustand und das Verhalten gehalten werden: Bei Veränderungen bitte schnell eingreifen.

Nur eine meiner Katzen ist infiziert - was mache ich denn nun? Wenn sich alle (kastrierten) Katzen verstehen und nicht in heftige Streitereien mit Bissen verwickelt sind, kann auch eine FIV-Katze unter nicht-infizierten Katzen leben. Hat jedoch eine der Mitkatzen eine ansteckende Krankheit ist Vorsicht - und möglicherweise Abgabe einer der beiden Katzen - angeraten. Selbstverständlich sollte mit infizierten Katzen nicht gezüchtet oder vermehrt werden!

Ist FIV wirklich immer tödlich? Letztlich Ja, aber... Eine Katze mit FIV kann ein langes Leben führen - ebenso wie manche gesunde Katze. Und es ist nicht gesagt, dass die FIV-Katze schnell stirbt oder überhaupt an (den Sekundärinfektionen des) FIV. Es kann auch gut sein, dass sie im betagten Alter an anderen Ursachen stirbt. FIV muss also nicht bedeuten, dass die Katze dem Tode geweiht ist. Ihr Leben hat - wie bei allen Lebewesen - irgendwann einmal ein Ende. Ob dies vom FIV verursacht wird oder nicht, kann Niemand vorhersagen.

Wie lange kann meine Katze mit FIV leben? Das ist eine Frage, die Keiner beantworten kann. Wie lange eine Katze mit dem FIV leben kann, hängt auch von ihrem Alter, ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, ihrer Haltung, Ernährung und der Betreuung durch den Halter und Tierarzt ab.

Wie kann ich einer Infektion vorbeugen? Man kann einer Infektion mit FIV nur indirekt vorbeugen - ein Impfstoff ist derzeit in Europa nicht zugelassen. Wohnungskatzen sind weniger gefährdet als Freigänger, auch kastrierte Katzen haben ein geringeres Risiko, sich mit FIV anzustecken. Weiter reduzieren kann man die Gefahr, in dem man ausschließlich (negativ) getestete Tiere in den eigenen Bestand aufnimmt. Artgerechte Haltung und Pflege tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass die eigene Katze gesund bleibt.

Muss ich jetzt Angst um meine Katzen haben und/oder etwas beachten? Nicht mehr als vor dem Wissen um dieses Virus. Theoretisch können sich alle Katzen mit ihm anstecken - auch Wohnungskatzen, wenn der Neuzugang das Virus mitbringt. Praktisch gesehen ist die Verbreitung in Deutschland aber sehr gering und mit ein paar Vorsorgemaßnahmen - die der informierte Halter sowieso durchführt - ist das Risiko einer Ansteckung zwar nicht "gleich Null", aber doch sehr, sehr gering. Für den Menschen stellt dieses Virus keine Gefahr dar.


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Quellen/weiterführende Infos

1: "Krankheiten der Katze", Schmidt/Horzinek, 5. Auflage 2015

2:"FeLV und FIV: Antworten zu den häufigsten Fragen": www.laboklin.de

3:"Fact sheets": www.abcd-vets.org

4:"Feline Immunodeficiency Virus (FIV) in Cats": www.peteducation.com

5:"Cat FIV (Feline Immunodeficiency Virus)": pets.webmd.com

6:"FIV - Felines Immundefizienz Virus - ( Katzen AIDS ) ": www.tierklinik.de

7:"Feline Immunschwäche Virusinfektion (FIV, Katzen-Aids)": www.tiermedizinportal.de

8:"Katze: FIV": www.enpevet.de

9:"Feline Immunodeficiency Virus": www.vet.cornell.edu

10:"FIV or Feline AIDS in Cats": www.petmd.com


11:"The Dread FIV Infections in Cats": www.petmd.com

12:"Ask Elizabeth: Questions about FIV": www.vet.cornell.edu

13:"On the Lookout for FIV": www.vet.cornell.edu

14:"Feline Immunodeficiency Virus Infection Clinicopathologic Findings in 90 Naturally Occurring Cases": onlinelibrary.wiley.com

15:"Clinical Aspects of Feline Retroviruses: A Review": www.ncbi.nlm.nih.gov

16:"Felines Immunschwächevirus (FIV)": www.synlab.com

17:"Vergleich verschiedener neuer Testsysteme für die feline Immunschwäche- und die feline Leukämievirusinfektion": edoc.ub.uni-muenchen.de

18:"Retrospektive Untersuchung zur Epidemiologie und Labordiagnostik des Felinen Immunschwächevirus und des Felinen Leukämievirus": edoc.ub.uni-muenchen.de

19:"SNAP Kombi Plus FeLV Antigen/FIV Antikörper Test": www.idexx.de

20:"Klinische Anwendungsmöglichkeiten von Interferonen in der Kleintiermedizin ": www.vetion.de


21:"How to Treat Feline Immunodeficiency Virus (FIV)": www.petmd.com

22:"Pharmacological Inhibition of Feline Immunodeficiency Virus (FIV)": www.ncbi.nlm.nih.gov

23:"ABCD: Richtlinien zur Vorbeugung und Behandlung der FIV-Infektion": www.vet-magazin.com

24:"ABCD Guidelines - Feline Immunodeficiency": www.abcd-vets.org

25:"Vaccinating FeLV & FIV Infected Cats": www.peteducation.com

26:"Vaccine protection against feline immunodeficiency virus: setting the challenge": onlinelibrary.wiley.com

27:"Experimentelle Immunisierung von Katzen mit rekombinanten Hüllglykoproteinen des Felinen Immunschwächevirus (FIV): Einfluss verschiedener Impfstofformulierungen auf die Immunantwort und Vergleich mit einer Ganzvirusvakzine": www.vet.uzh.ch

28:"Altered Tryptophan Metabolism in FIV-Positive Cats": onlinelibrary.wiley.com

29:"FIV and probiotics ": www.winnfelinefoundation.org

30:"Adopting FIV positive cats ": www.winnfelinefoundation.org


31:"Lactoferrin for Cats with FIV ": www.winnfelinefoundation.org

32:"Attempts to protect cats against FIV infection by prophylactic administration of feline interferon omega": www.vet.uzh.ch

33:"Feline Retroviruses and Oral Disease": www.idexx.de (.pdf-Download)

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