Icon mobile Navigation
Du befindest dich hier: Startseite > der Katzenkauf > Bezugsquellen > Kleinanzeigen / Zeitungsinserate / Vermehrer

Drucker Icon

Kleinanzeigen, Zeitungsinserate und Vermehrer: eine Falle?

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.08.2014

Wer hat sie noch nicht gesehen: Zeitungsinserate und Kleinanzeigen im Internet, in denen kleine oder auch große Katzen angeboten werden? Meist müssen die armen Tiere notgedrungen aufgrund eines "plötzlich hereinbrechenden Umzugs" oder einer "auftretenden Allergie" aus ihrem alten Zuhause ausziehen - so zumindest steht es in den Anzeigen.

verträumte Katze

© Sandra Probstfeld / www.pixelio.de

Nicht geimpft, nicht kastriert, aber garantiert kerngesund, total verschmust, verträglich und stubenrein sollen sie sein, die wunderschönen Katzen, die dort angeboten werden. Entweder werden sie gleich verschenkt, weil lästig oder aber der "ach so dringende Notfall" ist mit einem nicht zu verachtenden finanziellen Hindernis versehen. Ausgediente Gebärmaschinen, unbequem gewordene Kratzbürsten oder Wild-Pinkler und viel zu junge Kitten sollen auf diesem Wege ihr neues Zuhause finden: Hauptsache: "weg".

Dies ist der Eindruck, den manch erfahrender Katzenhalter von solch dubiosen Angeboten hat. Ein Laie oder Katzenneuling kann sich hier leicht verlieren, schlimmer noch: "verlieben!" Auch, wenn längst nicht alle dieser Anzeigen unseriös oder mit unwahren Tatsachen werben, ist besonders bei diesen Bezugsquellen Vorsicht das oberste Gebot!

Natürlich sind wie immer die Katzen die leidtragenden Wesen, die nichts für perfide Machenschaften und Lügengeschichten oder ihre schlechte Haltung können, aber so manch einem Katzenliebhaber ist ein solches Tier schon über den Kopf gewachsen. Sei es durch irreparable psychische Störungen oder verschwiegende (Infektions-)Krankheiten, die den gesamten eingesessenen Katzenbestand befallen und somit den Haussegen und die Harmonie zerstört haben.

Wer sind die sogenannten "Vermehrer"?

Als "Vermehrer" werden in Tierschutz-Kreisen jene Menschen bezeichnet, die Katzen verantwortungslos vermehren und verkaufen, ohne auch nur die grundlegendsten Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen. Zum Leidwesen der Katzen und der zukünftigen Besitzer der Kitten entstehen dadurch unter Umständen schwere seelische und körperliche Beschwerden.

Um nicht an solche Menschen zu geraten, sollte man sich im Vorfeld bereits über die Aufzucht, Bedürfnisse und Ernährung von Katzen und Kitten erkundigen. Einige wichtige Aspekte, auf die man beim Katzenkauf achten sollte, sind in den folgenden Punkten aufgeführt.

nicht die "Katze im Sack" kaufen:

  • Wird die Katze als reinrassig angepriesen? Kann der Stammbaum (Ahnentafel) vorgelegt werden? Stimmen die Angaben darin? Zieht der Stammbaum mit der Katze um? Falls nein: Finger weg! (denn dann ist die Katze nicht nur nicht reinrassig, sondern auch der Anbieter wenig seriös)
  • Ist das Kitten bei Abgabe jünger als 12 Wochen? Falls ja: Finger weg!
  • Erscheint die Begründung zur Abgabe der Katze fadenscheinig? Wird die Besichtigung der Katze und ihrer Umgebung verweigert? Falls ja: Finger weg!
  • Wird die Katze als "geimpft" angepriesen? Wird der Impfpass vorgezeigt und auch mit der Katze ausgehändigt? Stimmen die Angaben im Pass? Falls nein: Finger weg!
  • Wird einer Besichtigung zugestimmt und die Umgebung der Katzen, sowie ihre Haltung ist weniger als artgerecht ( Käfighaltung, Umgebung voller Parasiten, zahlreiche trächtige Katzen und Würfe)? Falls ja: Finger weg!
  • Besteht der Anbieter auf sofortiger Abnahme der Katze? Wird schnellmöglichst auf einen beliebigen Übergabeort gedrängt? Falls ja: Finger weg!
  • Wird ein ungewöhnlich hoher Preis für Mischlingskitten und angebliche Rassekatzen ohne Papiere angesetzt? Falls ja: Finger weg!
  • Werden Fragen zur Katze, ihrer bisherigen Haltung und dem Abgabegrund einsilbig, unwillig oder gar frech beantwortet? Falls ja: Finger weg!
  • Mitleid ist kein guter Berater! Auch, wenn einem das Kätzchen noch so sehr leid tut, sollte man bedenken, was man sich und seinen Katzen im schlimmsten Fall zumutet: Unsauberkeit, Krankheiten, Verhaltensstörungen oder gar unverhofft geborener Nachwuchs. Im allerschlimmsten Fall stecken sich alle Katzen an der neuen Katze an und können nicht geheilt werden.

Kastrationen und Impfungen können notfalls beim neuen Besitzer nachgeholt werden, jedoch gehören Katzen aus solch dubiosen Anzeigen in erfahrene Hände und sind keineswegs für Anfänger geeignet! Auch, wenn der spottbillige Preis und die wunderschönen Tiere noch so sehr locken: Tiere aus fragwürdigen Quellen bringen manchmal auch sehr unschöne Überraschungen mit sich!

häufige Ausreden, um Kitten vor der 12. Woche abzugeben

Kitten gähnt

© Alexandra H. / www.pixelio.de

Kitten sollten nicht vor der 12. Lebenswoche von ihrer Mutter und ihrem Geschwistern getrennt werden. Sie lernen in diesen ersten Wochen wichtige Lektionen zum Katzenverhalten, zur Sauberkeit und auch dem Umgang mit Mensch und Mit-Katze. Werden sie zu früh getrennt, können sich (chronische) Unsauberkeit, Verhaltensstörungen und Probleme im Umgang mit anderen Katzen entwickeln.

Manche Menschen wissen dies leider auch heute noch nicht. Andere Menschen wiederrum wissen dies sehr wohl, es scheint ihnen aber gleichgültig. Immer wieder benutze Ausreden, um Kitten vor der 12. Lebenswoche "loszuwerden" sind beispielsweise:

  • die Mutterkatze hat sowieso keine Milch / kein Interesse mehr
  • die Mutterkatze wurde überfahren / geht schon wieder ihre eigenen Wege / ist wieder rollig
  • es steht in nächster Zeit ein Urlaub / Krankenhausaufenthalt / Umzug an
  • wenn die Kitten jetzt nicht abgenommen werden, werden sie ertränkt / ausgesetzt / erschlagen

Tatsächlich aber steht hinter solchen Ausreden nur ein Grund:"Die Kitten machen zu viel Arbeit, Dreck und kosten zu viel Geld, das nicht da ist/ausgegeben werden soll!"

Wer seine Tiere wirklich liebt, tötet sie nicht, legt Wert auf Gesundheit und ihre seelische Entwicklung. Ein Umzug/Urlaub kommt nicht überraschend, eine Katzengeburt auch nicht. Wer also bedacht an eine Aufzucht herangeht, plant solche Zeit ein. Muss ein Katzenhalter ins Krankenhaus, so muss er sowieso eine Betreuungsperson für die erwachsenen Tiere haben. Die Kitten würden in dieser Zeit also ebenso versorgt. Dass die Mutterkatze kein Interesse oder keine Milch mehr hat, ist kein Grund, das Kitten frühzeitig von ihr und seinen Geschwistern zu trennen. Nicht nur die Milch, sondern auch die Erziehung der Mutterkatze sind in den ersten Wochen - genauso wie das gemeinsame Spiel mit den Geschwistern - für ein Katzenkind enorm wichtig.

Menschen, die einfach nur unerfahren im Umgang mit Katzen sind oder bisher nicht wussten, dass und warum Kitten ihre Mutter bis mindestens zur 12. Lebenswoche brauchen, sind meist sehr einsichtig. Nach einem kurzen, klärenden Gespräch sind sie in der Regel bereit, die Kitten erst später abzugeben. Menschen, denen diese Tatsache bewusst, aber leider egal ist, sind häufig uneinsichtig und bestehen auf frühe Abgabe. Wie sich der Katzeninteressent in diesem Fall verhält, sollte gut überlegt sein.

Warum nicht beim Vermehrer kaufen??

Katze blickt sich um

© Radka Schöne / www.pixelio.de

Selbstverständlich sind alle Kitten und Katzen niedlich und herzallerliebst, egal, von welchem Menschen sie verkauft werden! Sie alle haben ein gutes Zuhause verdient mit einer Menge Liebe und Fürsorge! Auch Katzen aus weniger verantwortungsbewussten Quellen können sich vollkommen katzentypisch und gesund entwickeln. Leider ist jedoch das Risiko sehr hoch, dass die Katze seelisch oder körperlich krank ist, wenn sie bei Menschen geboren wurde, die nur ihren eigenen Vorteil sehen. Da unseriöse Menschen keinen Gedanken an Gesundheitstests und - vorsorge verschwenden, sind Erb-, Infektions- und chronische Krankheiten sehr häufig.

Kauft man eine Katze aus solch verantwortungloser Quelle, muss man leider damit rechnen, dass die Katze (sehr schwer) krank wird, dass sie Verhaltensprobleme entwickelt und eine Therape langfristig und teuer werden kann. Oftmals sind bestimmte Krankheiten gar nicht heilbar und führen nicht selten zum verfrühten Tod des Tiers.

Besonders für unerfahrene Menschen sind solche Katzen nicht zu empfehlen. Letztlich führt jeder Kauf bei einem Vermehrer dazu, dass sein "Geschäftskonzept" weiterhin funktioniert und Gewinne abwirft. Weitere - genauso unbedachte - Würfe sind vorprogrammiert. Um sich selbst Ärger, hohe Kosten und Tränen zu ersparen und solche Menschen nicht zu unterstützen, sollte man sich dazu entscheiden, seine Tiere nur aus verantwortungsbewussten Bezugsquellen (Tierheim, Pflegestelle, seriöser Züchter) zu erstehen.


Drucker Icon

aus unserem Blog:

folgt...

Buchtipps:

folgen...