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Trockensubstanz, Kohlenhydrate und Energiedichte ausrechnen

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 23.02.2017

Wer sich eingehender mit der Thematik "Katzenfutter" auseinander setzen und vielleicht sogar bestimmte Sorten und Fütterungsmethoden miteinander vergleichen möchte, kommt nicht umhin, einige Berechnungen durchzuführen. Drei der wichtigsten Berechnungen zur Beurteilung von Katzenfutter sollen hier vorgestellt werden. Entsprechende Rechnertools zu den einzelnen Punkten sind ebenfalls in den jeweiligen Abschnitten zu finden.

-> zur Berechnung der Trockensubstanz springen
-> zur Berechnung von Bestandteilen in der Trockensubstanz springen
-> zur Berechnung des Kohlenhydratgehalts von Katzenfutter springen
-> zur Berechnung der Energiedichte von Katzenfutter springen
-> zur Berechnung des Kalorienbedarfs der Katze springen
-> zur Berechnung der täglichen Futtermenge einer Katze springen
-> zur Berechnung des Kalzium/Phosphor-Verhältnisses eines Katzenfutters springen
-> zur Berechnung des Kalium/Natrium-Verhältnisses eines Katzenfutters springen
-> direkt zu den Quellen springen

Was fange ich mit diesen Berechnungen an? Wofür sind sie gut?

Diese Berechnungen machen es möglich, Futter zu vergleichen, geeignetes Futter für die eigene Katze zu finden und ihren täglichen Bedarf auszurechnen. So kann beispielsweise ein Futter aussortiert werden, dass zu viele Kalorien enthält oder ein entsprechendes Futter für die Gewichtsabnahme gefunden werden. Auch Katzenfutter, dass zu viele Kohlenhydrate für die artgerechte Ernährung einer Katze enthält kann so "entlarvt" werden. Verschiedene offizielle Institutionen benennen Nährstoffempfehlungen für Katzenfutter. Gutes, artgerechtes Katzenfutter sollte mit diesen Werten weitestgehend übereinstimmen. Stimmen die Werte nicht überein, kann man davon ausgehen, dass das entsprechende Futter nicht für die Lebensituation der eigenen Katze geeignet ist oder es sich um weniger hochwertiges Futter handelt. (Nährstoffempfehlungen ansehen)

Trockensubstanz (TS): Was ist das und wie wird sie berechnet?

Die Trockensubstanz (TS) eines Katzenfutters ist - vereinfacht gesagt - das, was nach Abzug von Wasser bzw. Feuchtigkeit übrigbleibt. Um einen aussagekräftigen Vergleich zwischen Futtersorten und Fütterungsmethoden durchführen zu können, sollte man die entsprechenden Angaben auf die Trockensubstanz umrechnen. Tut man dies nicht, können die Ergebnisse aufgrund von verschiedenen Feuchtigkeitsgehalten verfälscht sein. Die Berechnung der Trockensubstanz eines Katzenfutters ist denkbar einfach:

100 - Feuchtigkeitsgehalt* = % Trockensubstanz2

Beispiel

Nassfutter mit 81% Feuchte:
100 - 81% Feuchtigkeit = 19% Trockensubstanz

Trockensubstanz-Rechner

Feuchtigkeitsgehalt des Futters*: %

* Sind keine Angaben zum Feuchtigkeitsgehalt eines Futters vorhanden, liegt der Wert unter 14% 256 - hier kann von einem Durchschnittswert von 10% ausgegangen werden2







Bestandteile in der Trockensubstanz berechnen

Die Berechnung der einzelnen Futterbestandteile auf die Trockensubstanz (TS) erlaubt es auch unterschiedlichste Futtersorten und -arten aussagekräftig miteinander zu vergleichen. Da der Feuchtigkeitsgehalt der verschiedenen Futtermittel stark schwankt, erlaubt nur die Umrechnung auf die Trockensubstanz einen Vergleich mit einheitlichen Werten. Dabei wird zunächst die Trockensubstanz des jeweiligen Futters berechnet. Dann wird der entsprechende Gehalt durch die Trockensubstanz geteilt und mit 100 mulitpilziert:

% des jeweiligen Wertes ÷ % TS • 100 = % Gehalt in der TS2

Beispiele

Nassfutter (81% Feuchte, 10% Rohprotein, 6% Rohfett, 3,2% Kohlenhydratanteil):
100% Originalsubstanz - 81% Feuchtigkeit = 19% TS

10% Rohprotein ÷ 19% TS • 100 = 52,6% Rohprotein in der TS
6% Rohfett ÷ 19% TS • 100 = 31,5% Rohfett in der TS
3,2% Kohlenhydrate ÷ 19% TS • 100 = 16,8% Kohlenhydrate in der TS

Trockenfutter (7% Feuchte, 31% Rohprotein, 14% Rohfett, 36,2% Kohlenhydratanteil):
100% Originalsubstanz - 7% Feuchtigkeit = 93% TS

31% Rohprotein ÷ 93% TS • 100 = 33,3% Rohprotein in der TS
14% Rohfett ÷ 93% TS • 100 = 15% Rohfett in der TS
36,2% Kohlenhydrate ÷ 93% TS • 100 = 38,9% Kohlenhydrate in der TS

Ergebnis: Man sieht also deutlich, dass beispielweise Rohprotein- und Rohfettgehalt des Nassfutters eindeutig höher liegen als beim Trockenfutter. Die auf der Verpackung angegebenen Werte suggerieren jedoch etwas anderes. Aus diesem Grunde ist die Berechnung der Werte auf die Trockensubstanz so wichtig, um vergleichen zu können.

Rechner

Feuchtigkeit*: %
Wert 1: %/g
Wert 2: %/g
Wert 3: %/g
Wert 4: %/g
Wert 5: %/g

* Sind keine Angaben zum Feuchtigkeitsgehalt eines Futters vorhanden, liegt der Wert unter 14% 256 - hier kann von einem Durchschnittswert von 10% ausgegangen werden2







Kohlenhydrate (KH): Wie berechne ich den Kohlenhydratgehalt eines Katzenfutters?

Kohlenhydrate in der Katzennahrung sind nur in geringen Mengen für die Katze verdaulich1. Sie werden von der Katze in der Regel nicht zur Energiegewinnung benötigt1. Zwar scheinen Katzen Kohlehydratgehalte in der Nahrung bis zu 35% in der Trockensubstanz verdauen zu können1 (ab 40% in der TS ist mit Störungen im Verdauungstrakt zu rechnen1), jedoch ist ein Anteil von unter 5g/kg Körpergewicht2 bzw. unter 10% in der Trockensubstanz empfohlen. Um den Anteil an Kohlenhydraten im Katzenfutter zu berechnen, werden folgende Informationen über das jeweilige Katzenfutter benötigt: Feuchtigkeit*, Rohfasergehalt, Rohaschegehalt, Rohproteingehalt und Rohfettgehalt. Die Berechnung lautet wie folgt:

100% Originalsubstanz - (% Feuchtigkeitsgehalt + % Rohproteingehalt + % Rohfettgehalt + % Rohaschegehalt + % Rohfasergehalt ) = % Kohlenhydratanteil123
oder auch
Trockensubstanz - Rohprotein - Rohfett - Rohasche - Rohfaser = % Kohlenhydratanteil2

Beispiel

Nassfutter (82% Feuchte, 8,3% Rohprotein, 6% Rohfett, 2,5% Rohasche, 0,3% Rohfaser) :
100% - (82% + 8,3% + 6% + 2,5% + 0,3%) = 0,9% Kohlenhydratanteil

Kohlenhydrat-Rechner

Feuchtigkeit*: %
Rohprotein: %
Rohfett: %
Rohfaser: %
Rohasche: %

* Sind keine Angaben zum Feuchtigkeitsgehalt eines Futters vorhanden, liegt der Wert unter 14% 256 - hier kann von einem Durchschnittswert von 10% ausgegangen werden2







Energiedichte: Was ist das und wie berechne ich sie?

Mit dem Begriff "Energiedichte" bezeichnet man den im Futtermittel enthaltenen Kaloriengehalt. Je nachdem, ob die Katze abnehmen, zunehmen oder ihr Gewicht halten soll, sollte ein Futter mit geeignetem Kaloriengehalt gewählt werden (siehe die beiden nächsten Themenpunkte). Um den Kaloriengehalt eines Katzenfutters zu berechnen werden folgende Werte benötigt: Rohproteingehalt, Rohfettgehalt, Kohlenhydratanteil. Man geht davon aus, dass diese drei Anteile, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Verdaulichkeit verschiedene Kaloriengehalte haben. So wird für Rohprotein und den Kohlenhydratanteil ein Kaloriengehalt von 3,5kcal/g, für Rohfett ein Kaloriengehalt von 8kcal/g angenommen1. Die Berechnung des Kaloriengehalts für 100g des jeweiligen Futters stellt sich wie folgt zusammen:

(Rohproteingehalt • 3,5) + (Kohlenhydratanteil • 3,5) + (Rohfettanteil • 8,5) = Kaloriengehalt pro 100g Futter134

Beispiel

Nassfutter (10,6% Rohprotein, 5,5% Rohfett, 1,6% Kohlenhydratanteil):
(10,6 • 3,5) + (1,6 • 3,5) + (5,5 • 8,5) = 89,45kcal pro 100g Futter

Energiedichte-Rechner

Feuchtigkeit*: %
Rohprotein: %
Rohfett: %
Rohfaser: %
Rohasche: %

* Sind keine Angaben zum Feuchtigkeitsgehalt eines Futters vorhanden, liegt der Wert unter 14% 256 - hier kann von einem Durchschnittswert von 10% ausgegangen werden2







Wieviele Kalorien braucht meine Katze am Tag?

Wieviele Kalorien eine Katze am Tag benötigt, hängt vor allem mit ihrer Aktivität, ihrem Gesundheitszustand, ihrem aktuellen Gewicht, dem Klima und der Haltung zusammen. Aber auch weitere Faktoren beeinflussen ihren Bedarf. Es ist möglich, den Kalorienbedarf einer Katze zumindest grob und theoretisch auszurechnen. Es ist jedoch zu beachten, dass diese theoretischen Zahlen nicht zwingend auch die Realität abbilden müssen. Um den Kalorienbedarf einer Katze grob zu umreißen, werden in der Literatur verschiedene Berechnungsmöglichkeiten empfohlen. Im Folgenden sollen zwei Beispiele dieser Möglichkeiten aufgezeigt werden.

Einerseits ist es möglich, zunächst den sogenannten Ruhe- oder Grundumsatz für das jeweilige Tier zu berechen (im Folgenden als "Variante 1" bezeichnet12). Der Ruheumsatz ist die Kalorienanzahl, die die Katze mit normaler Aktivität zur Erhaltung ihres Gewichts benötigt. Er soll etwa bei 30kcal pro Kilogramm Körpergewicht + 70kcal am Tag1 liegen. Da jede Lebenssituation den Kalorienbedarf einer Katze verändern kann, werden für verschiedene Lebensstadien verschiedene Berechnungen - ausgehend vom Ruheumsatz - angestellt. Der Ruheumsatz wird dabei mit dem Faktor multipliziert, der der aktuellen Bedarfssituation der Katze entspricht.

Andererseits ("Variante 2"3) wäre es möglich, für verschiedene Lebensstadien andere Werte zugrundezulegen und diese nur noch mit dem Körpergewicht zu multiplizieren.

Variante 112 Variante 234
Kitten im Wachstum Ruheumsatz • 2,5
(es wird freie Futterwahl empfohlen1)
100-250kcal/kg Körpergewicht
ausgewachsene Katze, unkastriert Ruheumsatz • 1,4 --
ausgewachsene Katze, kastriert Ruheumsatz • 1,2 --
ausgewachsene Katze, eher träge Ruheumsatz • 1,0 60kcal/kg Körpergewicht
ausgewachsene Katze, normal aktiv Ruheumsatz • 1,0 70kcal/kg Körpergewicht
ausgewachsene Katze, sehr aktiv Ruheumsatz • 1,6 80kcal/kg Körpergewicht
kranke Katze Ruheumsatz • 1,0 --
trächtige Katze Ruheumsatz • 1,5 - 2,0
(es wird freie Futterwahl empfohlen2)
120-180kcal/kg Körpergewicht
laktierende Katze Ruheumsatz • 2,0 - 6,0
(je nach Anzahl der Kitten)
bis zu 250kcal/kg Körpergewicht
Katzen, die Gewicht verlieren sollen Ruheumsatz • 0,8
(bis erwünschtes Gewicht erreicht ist)
etwa 40-50kcal/kg Körpergewicht
Katzen, die Gewicht zunehmen sollen Ruheumsatz • 1,2 - 1,4
(bis erwünschtes Gewicht erreicht ist)
100kcal/kg Körpergewicht

Beispiel

Eine ausgewachsene Katze, die 4 Kilo wiegt und normal aktiv ist, würde am Tag etwa 190 Kalorien ("Variante 1") bzw. 280 Kalorien ("Variante 2") benötigen.
Variante 1: ((4 Kilo Körpergewicht • 30kcal) + 70kcal) • Faktor 1 = 190kcal
Variante 2: 4 Kilo Körpergewicht • 70kcal = 280kcal

Kalorienbedarfs-Rechner

Das Gewicht meiner Katze beträgt kg, sie .






Welche Futtermenge braucht meine Katze?

Fütterungsempfehlungen der Hersteller und theoretische Berechnungen wie die Folgende können nur grobe Näherungswerte angeben. Denn der Futterbedarf der Katze wird - ebenso wie ihr Kalorienbedarf - durch zahlreiche verschiedene Faktoren beeinflusst. Um einen ungefähren Richtwert für die tägliche Futtermenge zu berechnen, wird der Kalorienbedarf der Katze mit dem Kaloriengehalt des jeweiligen Futters verglichen. Dementsprechend sind dazu Angaben zur Katze und zum Futter nötig. In dieser Berechnung werden die theoretischen Kalorienbedarfe ("Variante1" und "Variante2") des vorherigen Abschnitts als Berechnungsgrundlage genutzt.

Wichtig zu beachten ist, dass die Gabe einer theoretisch ausgerechneten Tagesration einerseits nicht bedeuten muss, dass die Katze auch genau diese Menge frisst und andererseits aber auch nicht, dass mit dieser Menge ihr Bedarf an Nährstoffen abgedeckt sein muss.

Tagesbedarfs-Rechner

Das Gewicht meiner Katze beträgt kg, sie .

Das Futter hat folgende Werte:
Feuchtigkeit*: %
Rohprotein: %
Rohfett: %
Rohfaser: %
Rohasche: %

* Sind keine Angaben zum Feuchtigkeitsgehalt eines Futters vorhanden, liegt der Wert unter 14% 256 - hier kann von einem Durchschnittswert von 10% ausgegangen werden2







Kalzium-Phosphor-Verhältnis ausrechnen

Ein gutes Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist ein Indikator für gutes Futter. Im Idealfall liegt er bei 1,1-1,2:1, was nicht anderes bedeutet, als dass 1,1-1,2 Teile Kalzium enthalten sind, aber nur 1 Teil Phosphor. Um dieses Verhältnis ausrechnen zu können, muss der Kalzium- und der Phosphorgehalt des Futters bekannt sein. Die Berechnung lautet wie folgt:

% Kalziumgehalt ÷ % Phosphorgehalt = Kalzium-Phosphor-Verhältnis

Beispiel

Beispiel:
Futter mit 0,3% Kalzium und 0,25% Phosphor
0,3% Kalzium ÷ 0,25% Phosphor = 1,2:1 Kalzium-Phosphor-Verhältnis

Rechner

Kalzium: %/g
Phosphor: %/g






Kalium-Natrium-Verhältnis ausrechnen

Genauso wie das Kalzium-Phosphor-Verhältnis wird auch das Mengenverhältnis zwischen Kalium und Natrium errechnet. Das ideale Mengenverhältnis liegt hier bei 2,1:1 = 2,1 Kalium zu 1 Teil Natrium.

% Kaliumgehalt ÷ % Natriumgehalt = Kalium-Natrium-Verhältnis

Beispiel

Futter mit 0,75% Kalium und 0,35% Natrium
0,75% Kalium ÷ 0,35% Natrium = 2,1:1 Kalium-Natrium-Verhältnis

Rechner

Kalium: %/g
Natrium: %/g

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Quellen/weiterführende Infos

1: "Klinische Diätetik für Kleintiere", Hand/Thatcher/Remillard/Roudebush, 4. Auflage

2: "Tierärztliche Ernährungsberatung", Dillitzer, 2. Auflage, 2012

3: "Ernährung von Hund und Katze", Case/Carey/Hirakawa, Nachdruck erste Auflage, 1999

4: "Nutrient Requirements of Dogs and Cats", NRC, 2006

5: "Leitfaden zur Kennzeichnung von Einzelfuttermitteln und Mischfuttermitteln": www.regierung.oberbayern.bayern.de (.pdf-Download)

6: "Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung", Kamphues, 2004