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erste Hilfe bei Katzen

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.08.2014

Schockzustände, Schlaganfälle und Herzstillstand, aber auch heftig blutende Wunden und Knochenbrüche können es erforderlich machen, dass sich ein jeder Katzenhalter ein wenig in erster Hilfe für Katzen auskennt.

Den Puls der Katze ertasten

Bei Ohnmacht oder Schockzustand ist es besonders wichtig, die Pulsfrequenz im Auge zu behalten, denn er ist ein wichtiger Indikator für den Zustand der Katze. Er wird an der Innenseite der Oberschenkel ertastet und beträgt bei erwachsenen Katze etwa 100-160 pro Minute, bei jüngeren Katzen etwas mehr.

Offene, blutende Wunden

Offene Wunden müssen nicht unbedingt bluten. Manchmal sind sie unter dem dichten Katzenfell nur schwer zu erkennen. Folgende Indizien deuten darauf hin, dass die Katze eine offene Wunde haben könnte: Blutspur im Fell, Lahmheit und vermehrtes Lecken an bestimmten Stellen. Auch Empfindlichkeit an der betroffenen Stelle kann auf eine Wunde hindeuten.

Um die Wunde zu versorgen, sollten zunächst alle Fremdkörper vorsichtig aus und um die Wunde entfernt werden. Danach wird die Wunde mit leicht warmen Wasser ausgewaschen. Sollten Haare in der Wunde sein, so sollten diese vorsichtig mit einer Schere weggeschnitten werden. Ganz besonders wichtig ist, dass größere Gegenstände, die offene Wunden verursachen wie große Holzsplitter, Pfeile oder große Glasscherben nicht aus der Wunde gezogen werden sollten! In dem Moment, wo sie noch in der Wunde stecken, bilden sie eine Art Stopfen und stoppen die Blutung, wird dieser jedoch entfernt, beginnt die Blutung von neuem.

innere Verletzungen

Besonders bei Stürzen und Unfällen kommen innere Verletzungen häufig vor und sind ein dringlicher Grund, den Tierarzt aufzusuchen. Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen zeigen das Ausmaß der Verletzungen. Symptome wie Temperaturanstieg und Hämatome an bestimmten Körperregionen, Schwellungen und Druckempfindlichkeit sind ein guter Indikator, um den Verdacht auf innere Verletzungen zu erhärten.

Schockzustände

Ein Schock wird durch Veränderungen in der Blutzirkulation (Blutungen), sowie durch allergische Reaktionen verursacht. Zunächst zeigt sich eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz, im weiteren Verlauf des Schocks jedoch nehmen die Körperfunktionen ab. Es ist wichtig, hier besonnen und organisiert vorzugehen und das Tier einem Tierarzt vorzustellen. Symptome eines Schocks sind weiterhin: sinkende Körpertemperatur, Apathie, später aber auch Unruhe. Die Farbe des Zahnfleisches ist blass oder gar bläulich. Eine Auskühlung der Läufe tritt ein.

Die Katze sollte nun ruhig und warm gehalten werden, der Hals sollte während der Fahrt zum Tierarzt leicht gestreckt werden, um die Atmung zu erleichtern. Um den Kreislauf der Katze zu unterstützen, empfiehlt es sich, ihren Po leicht angehoben zu lagern.

Bewusstlosigkeit

Durch viele verschiedene Gründe kann bei einer Katze eine Bewusstlosigkeit einsetzten. Ob Schock, Blutungen oder Vergiftungen: das Hirn der Katze wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und eine Bewusstlosigkeit tritt ein. Um festzustellen, ob die Katze tatsächlich bewusstlos ist, spricht man sie an und zwickt und zieht sie leicht an den Beinen. Sollte sie darauf nicht reagieren, hat sie das Bewusstsein verloren. Eine Ohnmacht ist immer vorübergehend und der Katze kann es nur wenige Minuten später wieder gut gehen.

Atmet die Katze noch und ihr Herzschlag ist regelmäßig, so sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dazu legt man die Katze auf die rechte Seite und streckt ihren Hals durch, um die Atmung zu erleichtern. Die Katze sollte warm gehalten werden und unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden! Atmet die Katze nicht mehr, sollte eine künstliche Beatmung vorgenommen werden. Setzen Atmung und Herzfrequenz aus, ist eine Herzmassage nötig.

Herzstillstand

Steht das Herz der Katze still, so ist es zunächst wichtig, eine Herzmassage durchzuführen, erst danach sollte die künstliche Beatmung vollzogen werden. Kurz vor dem Herzstillstand sinkt meist die Körpertemperatur der Katze, ihre Zunge und ihr Zahnfleisch färbt sich blau, es treten Atemnot und Orientierungslosigkeit auf.

Herzmassage

Veranschaulichung einer Herzmassage

Simulation einer Herzmassage

Um eine Herzmassage durchzuführen, wird die Katze auf die Seite gelegt. Eine Hand wird dabei auf den seitlichen Brustkorb, direkt hinter die Ellenbogen der Katze gelegt. Daumen und Zeigefinger werden ca 100-200Mal pro Minute kräftig in Richtung Hals gedrückt.

Nach etwa 15 Sekunden sollte die Herzmassage abgebrochen und die künstliche Beatmung für etwa 10 Sekunden durchgeführt werden. Dies wird so lange weitergeführt, bis der Puls wieder zu spüren ist. Die künstliche Beatmung wird so lange weitergeführt, bis die Katze wieder eigenständig atmet. Übergewichtige Katzen sollten auf den Rücken gelegt und die Herzmassage per Druck nach unten und vorn über dem Brustbein ausgeführt werden.

Künstliche Beatmung

Setzt die Atmung der Katze aus, so ist es nötig, sie künstlich zu beatmen. Zunächst sollten die Atemwege der Katze von eventuellen Fremdkörpern befreit und die Zunge leicht nach vorn gezogen werden. Die Katze wird auf die Seite gelegt und das Maul geschlossen. Die Hände werden möglichst luftdicht um das Maul der Katze gelegt und Luft durch die Nasenlöcher der Katze geblasen, bis sich der Brustkorb hebt. Um die Luft wieder entweichen zu lassen, werden die Hände vom Maul genommen.

Dies wird etwa 20-30Mal pro Minute durchgeführt, während in regelmäßigen Abständen der Puls der Katze überprüft wird. Setzt auch das Herz aus, so sollte eine Herzmassage durchgeführt werden. Die künstliche Beatmung wird so lange vollzogen, bis die Katze wieder selbstständig atmet, anschließend sollte sie von einem Tierarzt gründlich untersucht werden.

Druckverbände

Beim Anlegen von Druckverbänden ist darauf zu achten, diese regelmäßig zu überprüfen und zu lockern, damit es nicht zum Abschnüren oder gar Absterben von Gliedmaßen kommt. Druckverbände sind eine gute Möglichkeit, um Blutungen zu stoppen, jedoch ist auch hier eine anschließende Untersuchung durch den Tierarzt dringend notwendig.

Stiche und Bisse

Immer mal wieder kommt es vor, dass Katzen Insekten oder Reptilien jagen. Dabei können sie sich Bisse oder Stiche zuziehen. Da auch bei diesen Verletzungen mit Infektionen gerechnet werden muss ist eine genauere Untersuchung notwendig. Symptome von Stichverletzungen sind Druckempfindlichkeit, vermehrtes Lecken und Schwellungen an den betroffenen Stellen. Bei Bissen können Übelkeit, Erbrechen und Zittern hinzukommen.

Erweiterte Pupillen, Sabbern und gar ein Zusammenbruch können weitere Indizien für eine Bissverletzung sein. Besondere Vorsicht ist geboten bei allergischen Reaktionen aufgrund von Insektenstichen, diese können zu einem Anschwellen der Zunge und einer daraus resultierenden Atemnot führen.

Anfälle und Krämpfe

Ob vergiftete Beutetiere, Fremdkörper in den Atemwegen, Diabetes, Epilepsie oder gar organische Schäden: die Ursachen für Krämpfe und Anfälle sind vielfältig und können sogar bis zum Koma führen. Bei Diabeteskatzen hilft oft das Eingeben von Honig oder Zuckerwasser bei den ersten Anzeichen für Schwäche. Da Katzen nur selten an ihrer eigenen Zunge ersticken, sollte man es unterlassen, ihr bei einem Krampfanfall im Maul herumzuhantieren, so vermeidet man das Risiko von Bissen und belastet die Katze nicht noch zusätzlich.

Fängt die Katze an zu krampfen, so sollte man sie mit weichen Kissen und Decken umgehen, das Licht dimmen oder Löschen und laute Geräusche vermeiden. Leises, ruhiges Zureden hilft der Katze, sich zu beruhigen. Dauert der Anfall länger als vier Minuten so ist es dringend angebracht, sie möglichst sofort nach dem Anfall einem Tierarzt vorzustellen. Aber auch bei kürzer andauernden Anfälle sollte schnellstmöglich eine umfassende Ursachenforschung betrieben werden.

Erstickungsanfälle

Erstickungsanfälle können beispielsweise durch Fremdkörper im Maul oder allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Ist die Katze wach und hat einen Fremdkörper im Maul- oder Rachenbereich, so gilt es diesen schnellstmöglich zu entfernen. Dazu öffnet man das Maul der Katze und drückt ihre Wangen nach innen, um sie am Schließen des Mauls zu hindern. Der Fremdkörper wird nun mit Hilfe der Finger oder eines Löffelstil aus dem Maulraum entfernt, wobei darauf zu achten ist, dass er nicht weiter in den Hals rutscht!

Sitzt der Fremdkörper tiefer oder gar in der Luftröhre und ist die Katze wach, so wird sie auf die Seite, mit dem Rücken zum Helfer gelegt. Dieser legt nun eine Hand unter das Brustbein der Katze und drückt gleichzeitig kräftig nach oben und vorn. Ebenso wird bei einer Katze vorgegangen, die das Bewusstsein verloren hat, hier wird jedoch anschließend eine künstliche Beatmung vorgenommen.

allergische Reaktionen

Medikamente und Insektenstiche sind die häufigsten Ursachen für allergische Reaktionen und können bis zum sogenannten anaphylaktischen Schock führen.

Wärmegefühl und Juckreiz sind mögliche Symptome, die auf eine solche Abwehrreaktion des Körpers hinweisen. Treten solche Indikatoren nach Stichen oder Medikamentengabe auf, sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Atmet die Katze schwer, zieht sich zurück und das Zahnfleisch färbt sich blass oder gar blau, so sind dies Anzeichen für einen allergischen Schock. Die Katze sollte künstlich beatmet und sofort zum Tierarzt gebracht werden! Ein Über-Kopf-hängen des Körpers kann der Katze die Atmung in einem solchen Fall erleichtern.

Zerrungen und Verstauchungen

Besonders beim wilden Spiel oder bei Raufereien sind Zerrungen und Verstauchungen nicht selten. Kalte Umschläge auf den betroffenen Stellen helfen oft, den Schmerz zu lindern, warme Umschläge helfen, die Durchblutung und Heilung zu fördern. Es ist jedoch darauf zu achten, dass kalte Umschläge nicht allzu kalt und nicht direkt auf die Haut aufgelegt und nach etwa 10 bis 15 Minuten entfernt werden sollten.

Vorgehensweise nach Stürzen

Ob Freigänger oder Wohnungskatze: Stürze können immer mal passieren. Stürze aus geringeren Fallhöhen (etwa unter 2m) sind besonders gefährlich, weil dieser kurze Sturz der Katze nicht genügend Zeit lässt, sich im Flug zu drehen. So kann sie unglücklich oder ungebremst am Boden aufkommen. Die häufigsten Verletzungen bei Stürzen sind Brüche und innere Verletzungen, beispielsweise Risse in der Blase.

Ist die Katze gestürzt, gilt es also, sie besonders zu beobachten und bei Verdacht auf Verletzungen schnell zum Arzt zu bringen. Besonders innere Verletzungen lassen sich nur schwer erkennen, so sollte man die Katze vorsichtshalber im Anschluss gut abtasten. Zeigen sich Verhärtungen oder Schmerzäußerungen ist es angezeigt, das Tier gründlich untersuchen zu lassen.



In dringenden Notfällen ist der tierärztliche Notruf deutschlandweit unter folgender Nummer zu erreichen:

0800 - 853 853 0


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