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erste Gedanken

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.08.2014

Selbst, wenn sicher ist, dass in naher Zukunft neue Mitbewohner einziehen sollen, sollte man einige andere grundlegende Punkte vor der Anschaffung klären. Wer schon in der Vorbereitungsphase entscheidende Fehler macht, kann damit das Zusammenleben mit seinen zukünftigen Hausgenossen negativ beeinflussen. In der Zeit vor dem Einzug der Katzen sollte man sich zunächst Wissen aneignen, bevor an den Kauf von Zubehör oder gar der Katze auch nur gedacht wird. Geht man zu schnell und unbesonnen vor, können sich schwerwiegende Probleme und Missverstädnisse entwickeln. Folgende wichtige Punkte sollten bedacht werden:

Grundlegend: Wer oder was ist die Katze? Wie halte ich sie artgerecht?

Die Katze ist ein unabhängiges, eigensinniges Raubtier. Auch, wenn sie noch so niedlich anzusehen ist, hat sie ihren eigenen Kopf, den sie mit allen verfügbaren Mitteln durchzusetzen versucht. Sie benötigt menschliche Zuwendung, artgerechte Beschäftigung und einen kätzischen Artgenossen, um sich wohl zu fühlen. Sie muss geimpft, kastriert und gefüttert werden. Die Haltung einer Katze ist nicht nur Verantwortung: es fallen auch regelmäßig Kosten an. Ihre Toilette muss mindestens einmal am Tag grob gereinigt werden, ebenso steht das gemeinsame Spiel auf dem täglichen "Stundenplan" des Halters.

Tierarztbesuche und Behandlungen kosten ebenfalls Geld - teilweise sehr viel Geld - und sind manchmal aufwändig, zeitraubend und lassen sich oft nur mit viel Geduld und Überredungskunst an der Katze durchführen. Ein Katzenhalter muss also nicht nur genug Liebe und Vernarrtheit in Katzen aufweisen, vor allem sind die finanziellen und emotionalen Vorraussetzungen grundlegend. Nur, wer den Willen und "das nötige Kleingeld" hat, seine Katze artgerecht und gesund zu halten, sollte sich Katzen anschaffen.

Sind alle Mitbewohner mit der Anschaffung einverstanden?

Katze versteckt sich in einer Tüte

© Matzemotor / www.pixelio.de

Lebt man im eigenen Haushalt nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen (Familie, WG-Partner, Freunde etc.), so ist es grundlegend, dass alle Mitbewohner mit dem Einzug von Katzen einverstanden sind! Werden die Tiere nur geduldet oder erst nach einem "Überredungskampf" halbherzig erlaubt, ist dies ein denkbar schlechter Start für die Haltung von Katzen. Nicht selten läuft es darauf hinaus, dass eine Person mit Ausgaben und Arbeit der Katzenhaltung vollkommen allein gelassen wird ("Du wolltest doch die Katzen, nun sieh mal zu!"). Auch ständige Streiterein um Kleinigkeiten oder das Verhalten der Katzen sind häufig an der Tagesordnung ("Schon wieder überall Haare!").

Spätestens dann, wenn die Katzen krank werden, Unfug anstellen, oder teurere Anschaffungen bzw. Behandlungen nötig sind, wird der Haussegen gehörig schief hängen! Was letztlich daraus hinausläuft, dass die Katze einsam ist und/oder nicht behandelt wird, alle Beteiligten unglücklich sind und kleine Meinungsverschiedenheiten zu handfesten Streitigkeiten auswachsen: die Katzen werden abgegeben oder versauern ungeliebt und gestresst in einer gespannten Atmosphäre. Sind also nicht wirklich alle Mitbewohner einverstanden mit der Entscheidung, Katzen ins Haus zu holen, sollte man von der Anschaffung absehen und stattdessen auf einen Zeitpunkt warten, der geeigneter ist. Auch, wenn dies noch so sehr schmerzt.

die Katze ist kein Dekoobjekt!

Katze schläft im Bett

© Christiane Bendel / www.pixelio.de

Auch, wenn der Wunsch nach Katzen noch so groß ist, sollten vor der Anschaffung einige wichtige Punkte geklärt sein. Die Anschaffung von Katzen bedeutet Verantwortung und Kompromissbereitschaft. Nicht nur das Herz, sondern auch der Verstand sollten eindeutig "JA!" zur Katzenhaltung sagen.

Oftmals begegnen einem vollkommen überforderte Katzenhalter, deren einzige Lösung von Problemen darin besteht, die Tiere bei Schwierigkeiten abzugeben und weiterzureichen wie "Wanderpokale". Schnell wird in Gesprächen dann klar, dass die eigenen Vorstellungen und Erwartungen vom Zusammenleben mit Katzen leider umfassend realitätsfremd waren und die Bereitsschaft und das Wissen, entsprechend mit Problemen umzugehen, nicht vorhanden war.

Um solche unschönen Erlebnisse für Mensch und Tier von vornherein zu vermeiden, ist es wichtig, sich ausreichende Informationen zu beschaffen und gut vorbereitet vorzugehen. Keinesfalls sollten solche einschneidenden Entscheidungen spontan getroffen werden!

eine Katze als Geschenk?

Immer wieder kommt die Idee auf, Kindern oder Bekannten, Angehörigen oder Freunden eine Katze zu den verschiedensten Anlässen zu schenken. Ist die Idee mit den jeweiligen Personen und deren Familienmitgliedern abgesprochen spricht sicherlich nichts dagegen. Ausdrücklich gewarnt werden soll hier jedoch davor, solche "Geschenke" spontan, ohne Absprache zu machen. Letztendlich ist das Schicksal solcher Tiere leider in den meisten Fällen vorprogrammiert: sie enden als "Wanderpokale" oder werden irgendwann direkt ins Tierheim abgegeben. Solange der Beschenkte und seine Familienmitglieder nicht die eigenständige Entscheidung treffen, dass sie bereit sind, die Verantwortung für ein Tier zu tragen, fehlt meist die nötige Bereitschaft oder der Respekt, sich ein Leben lang um die Katze zu kümmern.

Leidtragend dabei ist immer das Tier. In den ersten Wochen und Monaten wird es in der Regel noch interessant genug sein, damit die grundlegende Versorgung gewährleistet ist. Stehen aber die ersten (teuren) Anschaffungen und Behandlungen an, wird das aufgezwungende Geschenk meist "zuviel" oder gar lästig. Auch hier gilt "Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!". Die jahrelange Verantwortung für ein Lebewesen ist nichts, was man jemandem aufzwingen sollte - allen Beteiligten zuliebe.

Wie viel Zeit kann ich meiner zukünftigen Katze widmen?

Eine Katze braucht nicht nur materielle Zuwendung wie Futter, Streu und Kratzbaum, sondern vor allem auch Zuneigung und eine Bindung zu "ihrem" Menschen. Andernfalls wird sie verkümmern und vereinsamen. Wichtig ist es also auch, sich regelmäßig und angemessen lang um seine Katze zu kümmern, mit ihr zu schmusen, zu spielen und sie zu pflegen. Bleibt neben einem harten Job und einem zeitraubenden Hobby und Unternehmungen kaum noch Zeit oder Energie, um der Katze gerecht zu werden, sollte von der Anschaffung einer Katze gänzlich abgesehen werden.

Auch die Anschaffung mehrerer Katzen entbindet nicht von der Pflicht, sich angemessen um jedes einzelne Tier zu kümmern.

habe ich genug finanziellen Rückhalt?

Nicht nur auf ein angespartes finanzielles Polster sollte man im Ernstfall zurückgreifen können, auch die monatlichen Einnahmen sollten es zulassen, zusätzlich zu den regelmäßigen Fixkosten etwas anzusparen. Futter, Streu und Leckerchen sind immer wiederkehrende, gut kalkulierbare Posten. Jedoch zählen auch aufwändigere und damit teurere Anschaffungen und Tierarztkosten zu den Ausgaben, die man bedenken sollte.

Sich zunächst einen großen Geldbetrag anzusparen, hilft, um zukünftige Engpässe zu vermeiden. Zusätzlich sollte man aber auch bedenken, dass dieser im schlimmsten Falle schnell zusammenschrumpfen kann und durch regelmäßige Einnahmen wieder aufgestockt werden muss. Dies ist einer der wichtigsten Punkte der Katzenhaltung. Zwar kann eine Katzen-Krankenversicherung helfen, große Beträge bereit zu halten, jedoch sind auch die Beiträge manchmal recht hoch. Zudem werden von der Versicherung nicht alle Behandlungen und Therapien getragen.

Eine oder zwei Katzen?

kuschelnde Katzen

Kater Mavri und Casper von der
Tierhilfe-naxos beim Kuscheln

Grundsätzlich gilt: Katzen in Einzelhaltung zu halten ist nicht artgerecht! Ältere, unsoziale Tiere können hierbei jedoch eine Ausnahme bilden.

Kitten sollten niemals allein gehalten werden. Auch bei noch so großer Zuwendung durch den Menschen können sich diese Tiere nicht artgerecht entwickeln. Es fehlt ein Spiel-, Rauf- und Putzpartner.

Einzelkatzen können durch Langweile und Unausgelastet-sein die wildesten Macken und Ungehörigkeiten entwickeln. Mehr dazu im Bereich "Einzelhaltung?!"

Kitten oder erwachsene Tiere?

Kitten im Gras

© steve prinz / www.pixelio.de

Die meisten Menschen, die über die Anschaffung von Katzen nachdenken, wünschen sich Kitten oder junge Katzen. Zum einen natürlich, weil Kitten einen besonderen Reiz ausüben, einfach niedlich und drollig anzuschauen sind. Zum Anderen aber ist der Wunsch da, die eigenen Katzen auch entsprechend den eigenen Bedürfnissen erziehen zu können. Die Befürchtung, ältere Katzen könnten krank oder verhaltensgestört sein und das eigene Leben vollkommen durcheinander bringen, spielt ebenfalls eine Rolle.

Was dabei aber nicht bedacht wird ist die riesige Verantwortung bei der Adoption von Kitten und die Tatsache, dass besonders sie viel Unfug, Dreck und Scherereien machen. Kitten sind sehr neugierig und spielen wild und ungestüm. Sie werden im Laufe der Zeit viel kaputt machen und auch einmal anfressen. Zeitweilige Unsauberkeit kann ebenfalls vorkommen, denn die Kleinen sind manchmal noch nicht trainiert genug oder vergessen im Spiel einfach, rechtzeitig zur Toilette zu gehen.

Mit Kitten holt man sich den sprichwörtlichen "Sack Flöhe" ins Haus! Zudem kommen noch die zusätzlichen Kosten für Kastration, Grundimmunisierung und Chip-setzen, die man bei der Überlegung "Kitten oder erwachsene Tiere?" nicht vergessen sollte.

Nicht alle erwachsenen oder älteren Katzen sind krank oder verhaltensgestört, in der Tat werden dies nur die Wenigsten sein. Sie haben im Idealfall bereits Kastration, Grundimmunisierung und Chip-setzen hinter sich, was eine Ersparnis an Kosten mit sich bringt. Reifere Katzen sind meist viel ruhiger als Kitten. Ihr Charakter ist gefestigter, weshalb eine Auswahl passend zu den eigenen Bedürfnissen oder denen von bereits vorhandenen Katzen leichter und eindeutiger ausfällt. Holt man sich ältere Katzen von einem seriösen Anbieter ins Haus, weiß man in der Regel im Vorhinein recht genau, auf was man sich einlässt. Zumindest aber, ist eine eindeutige Tendenz zu erkennen.

Reifere, ruhigere Katzen sind besonders für ältere Menschen und Haushalte mit weniger Platzangebot geeignet, weil sie im Gegensatz zu Kitten weniger herumtollen und Unsinn anstellen. Auch Halter mit weniger Zeit sind mit erwachsenen Katzen besser bedient als mit Kitten, die einen größeren Zeitaufwand bedeuten.

Katze oder Kater?

Dies ist meist eine Entscheidung des persönlichen Geschmacks. Auch, wenn man grob eingeschätzt sagen kann, dass Kater meist etwas rabiater im Spiel als Katzendamen sind, ist dies immer abhängig vom jeweiligen Charakter des Tiers. Egal, ob Katze oder Kater: eine Kastration gehört bei beiden Geschlechtern zur artgerechten Haltung dazu, allerdings ist die Kastration eines Kater weniger aufwändig und günstiger.

Freigang oder Wohnungshaltung?

Katze schleicht sich an

© karin averbeck / www.pixelio.de

Ob die zukünftige Katze in reiner Wohnungshaltung gehalten werden oder später Freigang genießen soll, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Zum Einen ist natürlich die Umgebung des Zuhause zu betrachten: verlaufen in naher Umgebung Haupt- oder Schnellstraßen oder gar Autobahnen, ist es anzuraten, der Katze keinen ungesicherten Freigang zu gewähren. Sind in der Nachbarschaft Menschen mit eindeutiger Abneigung gegen Katzen bekannt, sollte man ebenfalls davon absehen.

Manche Züchter und Tierheime vergeben ihre Katzen nur in gesicherten Freigang oder reine Wohnungshaltung. Auch der Charakter der Katze kann Ausschlag geben, sie nicht in den Freigang zu entlassen: ist sie zu freundlich und geht auf Alles und Jeden zu, ist die Gefahr groß, dass sie nicht den nötigen Respekt vor fahrenden Autos hat oder gar gestohlen werden könnte. Eine gewisse Scheu vor Fremdem kann die Lebensdauer einer Katze erhöhen!

Ist damit zu rechnen, dass in Zukunft ein Umzug in ein Zuhause nötig wird, in dem kein Freigang gewährt werden kann, sollte die Katze gänzlich auf die Wohnungshaltung beschränkt werden. Es ist äußerst schwierig bis unmöglich, eine Katze, die einmal Freigang genossen hat, später an die ausschließliche Wohnungshaltung zu gewöhnen! Auch bestimmte Krankheiten (Infektionskrankheiten, medikamentös einzustellende Erkrankungen) können es nötig machen, die Katze nur in der Wohnung zu halten.

Jedem, der sich dazu entscheidet, seiner Katze Freigang zu gewähren, sollte klar sein, dass dies eine Entscheidung ist, die das ganze Leben der Katze beeinflusst und auch ebenso lang vorhält. Ist die Katze erst einmal ausgedehnte unabhängige Spaziergänge, das Jagen von Beute und ihr eigenes Revier zu verteidigen gewohnt, ist es nur in sehr seltenen Fällen wieder möglich, sie an eine alleinige Haltung in der Wohnung zu gewöhnen.

Ein Versuch endet in der Regel in Frustreaktionen, Zerstörungswut, Unsauberkeit, aggressivem Verhalten gegenüber Mensch und Mitkatze, sowie in ständigen Gemauze und den Versuchen, aus der Wohnung zu entwischen. Ist eine Katze derart freiheitsliebend, ist es wenig tierlieb und vernünftig, ihr den Freigang weiterhin vorzuenthalten. Dies sollte auch bei einem eventuellen Umzug miteingeplant werden: wer Freigänger hält, hat nur die Wahl zwischen einer Freigänger-tauglichen Wohnung oder der Abgabe des Tiers. Das Tier gegen seinen Willen einzusperren bringt schwerwiegende Probleme mit sich und ist nicht angemessen.

Einverständnis des Vermieters zur Katzenhaltung

Katze im Treppenhaus

© piu700 / www.pixelio.de

Laut Urteil des Bundesgerichtshofes aus März 2013 ist ein generelles Verbot der Haltung von Katzen in Mietwohnungen nicht zulässig. Stattdessen sollte im Einzelfall entscheiden werden, ob eine Haltung erlaubt ist, dazu sind verschiedene Faktoren heranzuziehen.

Trotz allem sollte man schon vor Unterzeichnung des Mietvertrages bzw. dem Einzug der Katze eine schriftliche Erlaubnis zur Katzenhaltung vom Vermieter ausstellen lassen. Katzen zählen nicht wie oft angenommen zu den Kleintieren (die ja grundsätzlich in jeder Wohnung erlaubt sind, egal ob es eine Verbotsklausel zur Tierhaltung im Mietvertrag gibt), ihre Haltung ist also zum Vermieter zu genehmigen.

Mit dem oben angesprochenen Urteil (VIII ZR 168/12) ist es dem Vermieter deutlich schwerer gemacht, Hunde- oder Katzenhaltung in seinen Wohnungen zu verbieten, ganz unmöglich ist es ihm dennoch nicht! Werden Nachbarn durch Geruch oder laute Geräusche der Katzen belästigt, kann eine Genehmigung zur Haltung auch im Nachhinein wieder zurückgezogen werden. Angemessene Sauberkeit und Ruhezeiten sind also auf Rücksicht auf Mitmieter immer einzuhalten.

Der Link zum BGH-Urteil findet sich in der Linkliste.


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