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Vorurteile

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 17.10.2015

Wenn es um das Barfen oder generell den Umgang mit rohem Fleisch geht, herrschen viele Vorurteile. Einige davon haben durchaus einen wahren Kern und bedürfen näherer Betrachtung. Andere wiederrum sind genau so gegenstandslos wie weit verbreitet. Die gängigsten Vorurteile zum Barfen sollen hier beleuchtet werden.

Ich darf doch einmal an-/aufgetautes Fleisch nicht mehr einfrieren?!

Oft wird davon abgeraten, einmal an-/aufgetaute Lebensmittel nicht wieder einzufrieren. Entsprechend viele Katzenhalter sind also verunsichert, wenn sie tiefgekühlte Ware zu rohen Mahlzeiten verarbeiten wollen: man kann einen tiefgefrorenen Fleischblock nicht entsprechend portionieren und abwiegen - aber auftauen und dann wieder einfrieren sei angeblich schädlich: ein Dilemma!

Zum Hintergrund dieser Aussage: Bei Zimmertemperatur wachsen und gedeihen Bakterien und Mikroorganismen im/am Fleisch besonders gut, durch das Einfrieren wird ihr Zellwachstum größtenteils gestoppt. Wird das Fleisch komplett aufgetaut und bei über - 10Grad gelagert, beginnt das Keimwachstum von Neuem. Durch das Einfrieren wird dem Fleisch zusätzlich Wasser entzogen, wird es wieder in den Tiefkühler gesteckt, können die Zellen platzen.

Trotzdem gilt zu sagen, dass dies unter bestimmten Vorraussetzungen keine gesundheitlichen Folgen nach sich zieht. Wichtig ist, das Fleisch nicht länger als 2 Stunden bei Zimmertemperatur zu lagern, bevor man es wieder einfriert. Auch der Auftauvorgang beeinflusst die Qualität des Fleisches: Auftauen im Kühlschrank bei konstant niedrigen Temperaturen ist besser als das Auftauen in der Mikrowelle oder bei Zimmertemperatur.

Die meisten Rohfütterter lassen ihr Fleisch vor dem Portionieren ohnehin nur antauen. Im halbgefrorenen Zustand lässt es sich besser schneiden, ohne unter den Händen "wegzuschlingern". Hygiene bei der Zubereitung, die extrem aggressive Magensäure und der kurze Darm der Katze verringern gesundheitliche Folgen zusätzlich. Unter dieser Methode kann allerdings ein Qualitätsverlust des Fleisches nicht ganz auszuschließen sein: durch das mehrmalige Auftauen und Einfrieren können Zellen platzen und die Konsistenz des Fleischs verändern.

Ein gutes Auge und eine gute Nase sollten bei der Zubereitung der Mahlzeiten jedoch trotzdem eine Rolle spielen: sieht das Fleisch ungewöhnlich aus oder riecht es ranzig, sollte es nicht mehr verfüttert oder verarbeitet werden. Solches Fleisch wird in der Regel aber sowieso von den Katzen verschmäht.

Unser Blogbeitrag " Rund ums Einfrieren und Auftauen" geht näher auf das Thema ein und enthält viele nützliche Informationen.

Besteht eine erhöhte Salmonellengefahr bei Rohfütterung?

Gesunde Katzen haben in der Regel kaum Probleme mit Salmonellen-Befall. Sie fressen ihre Beute (überwiegend Fleisch) natürlicherweise roh. Ihr Verdauungstrakt ist dementsprechend verkürzt und bietet so den Salmonellen weniger Angriffsfläche. Auch ihre Magensäure ist an ihre natürliche Nahrung angepasst und entsprechend aggressiver als beim Menschen. Bei alten, kranken, besonders jungen oder säugenden Katzen sollte man jedoch (vorübergehend) auf die Fütterung von rohem Geflügelfleisch und Eiern verzichten, da sie meist ein geschwächtes Immunsystem und demzufolge weniger Widerstandskraft gegen schädliche Bakterien und Viren haben.

Einfache Hygienemaßnahmen verringern zusätzlich das Risiko einer zu großen Keimbelastung.

Rohes Fleisch ist schädlich für Katzen?!

Woher genau dieses Gerücht stammt, kann wohl Keiner so genau sagen. Fakt ist leider, dass diese Meinung weit verbreitet ist und teilweise auch von Tierärzten unterstützt wird. Im Hinblick auf die natürliche Ernährung einer Katze (nämlich: "rohe Beutetiere") lässt sich an der Kompetenz und der Logik dieser Aussagen zweifeln.

Seit Jahrtausenden leben Katzen von rohen Beutetieren, kannten vor der Domestizierung durch den Menschen nicht einmal gebratene, gekochte oder gewürzte Nahrung. Dass sich die Verträglichkeit von rohen Beutetieren mit dem Einzug der Katze in die Häuser der Menschen geändert haben soll, kann ruhigen Gewissens bezeifelt werden. Auch unsere heutigen Freigänger-Katzen kommen beim Verspeisen ihrer rohen Beutetiere ohne Kochgeschirr und Feuerstelle aus, ohne an Krankheiten zugrunde zu gehen.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Mahlzeiten gesund und ausgewogen zusammengestellt sind. "Einfach nur Fleisch" reicht nicht und wäre tatsächlich auf Dauer tatsächlich schädlich für die Gesundheit der Katze.

Rohes Fleisch ist voll von Bakterien und Viren und sollte deshalb nicht verfüttert werden?!

Rohes Fleisch enthält tatsächlich eine Vielzahl an Bakterien und mitunter auch Viren. Da aber der Verdauungstrakt der Katze auf rohe Nahrung und deren Verwertung perfekt ausgelegt ist, kann sie auch viel besser mit der Bekämpfung von Krankheitserregern umgehen als beispielsweise wir Menschen. Nur wenige Bakterien und Viren stellen eine echte Bedrohung für die Katze dar, so etwa der Aujeszkysche Virus.

Gesunde, immunstarke Katzen haben in der Regel wenig Probleme bei der Verfütterung von rohem Fleisch. Immunschwache, alte Tiere könnten jedoch etwas anfälliger sein. Bei entsprechender Vorauswahl des Fleisches und angemessener Hygiene bei der Verarbeitung kann dagegen auch dieses Risiko minimiert werden.

bei Rohfütterung müssen Katzen regelmäßig entwurmt werden!? / Wurmbefall durch Barf?

Auch diese Aussage hört man leider häufig. Menschen, die sich nicht oder nur wenig mit der Fütterung von rohem Fleisch auseinandersetzen, haben teilweise abenteuerliche Vorstellungen von Zustand und Herkunft des Fleisches. Dass durch Unwissen solche Gerüchte zustande kommen, ist also fast vorprogrammiert. Tatsächlich stammt das Fleisch, das zur Verfütterung an Katzen verwendet wird, aus den gleichen Quellen wie das Fleisch für den menschlichen Teller. Der Großteil davon ist sogar offiziell für den menschlichen Verzehr zugelassen. Es wird oft nur aus optischen oder wirtschaftlichen Gründen "aussortiert".

Dass in diesem Fleisch Würmer oder andere Parasiten lauern ist demnach also weniger zu erwarten. Bei hygienischer Zubereitung und Lagerung ist kein Parasitenbefall zu befürchten. Zudem sollte und kann eine Behandlung gegen Parasiten nicht vorsorglich erfolgen. Nur bei nachgewiesenem Befall (Kotprobenuntersuchung) sollte eine Entwurmung erfolgen. Ist kein Befall vorhanden, wirkt das Medikament nicht vorbeugend und schadet im schlimmsten Fall dem Organismus der Katze.

durch rohes Fleisch werden Katzen wild / aggressiv?!

Katze giert nach Rohfleisch

© BrandtMarke / www.pixelio.de

Auch auf dieses Gerücht stößt man zeitweise, wenn die Rohfütterung von Katzen diskutiert wird: durch den Verzehr von rohem Fleisch soll die Katze angeblich wilder, unabhängiger oder gar dem Menschen gegenüber aggressiv werden. In ganz schauerlichen Geschichten ist sogar von einem regelrechten "Blutrausch" die Rede. Dies ist jedoch keineswegs der Fall!

Durch die Verfütterung von Rohfleisch wird sich keinerlei Verhaltensänderung den menschlichen Familienangehörigen gegenüber zeigen. Auch in der Natur fressen Katzen ihre Beute roh, ohne sie zu kochen oder zu braten, denn dies ist ihre natürliche Ernährungsweise. Ob eine Katze wild oder aggressiv wird, hängt in keinster Weise mit ihrer Ernährung zusammen.

Der Futterneid und das Verteidigen der Nahrung kann jedoch unter den Katzen etwas ausgeprägter werden. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge und führt in der Regel nicht zu ernsthaften Auseinandersetzungen.

Rohfütterung ist teuer und die Zubereitung aufwändig?!

Die ersten Anschaffungskosten der Basisausrüstung können wirklich etwas höher sein, jedoch ist das längerfristige Füttern von rohen Mahlzeiten preisgünstiger als hochwertige Katzennahrung. Zum Einen wird weniger Futter benötigt, zum anderen bekommt man besonders größere Mengen an Fleisch für die Katze oft sehr günstig. Hat sich eine gewisse Routine in der Zubereitung eingestellt, ist auch das regelmäßige Zusammenstellen der Inhaltsstoffe nicht mehr aufwändig.

Die Rohfütterung mit Supplementen ist in der Tat eine Fütterunsmethode, die eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt. Die Methode des "Frankenprey-Barfens" allerdings ist weitaus einfacher und schneller zu verstehen. Welche Methode der Rohfleischfütterung man für die eigenen Katzen wählt ist letztlich eine sehr individuelle Entscheidung. Mehr dazu im Bereich Methoden & Grundrezepte.

Unser Blogbeitrag "Beispielrechnung: Ist Barf so viel teurer als Fertigfutter?" stellt eine detaillierte Beispielrechnung auf und vergleicht die Kosten von Fertigfutter mit selbst erstellten Barf-Mahlzeiten.


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